Geplan­ter Erdo­gan-Besuch in Ber­lin fin­det doch nicht statt

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Ein für die­sen Frei­tag anvi­sier­ter Arbeits­be­such des tür­ki­schen Staats­prä­si­den­ten Recep Tayyip Erdo­gan bei Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz (SPD) in Ber­lin fin­det nach Anga­ben aus dem Umfeld sei­ner Par­tei AKP nicht statt. Der außen­po­li­ti­sche Bera­ter des Kanz­lers, Jens Plöt­ner, und Erdo­gan-Bera­ter Ibra­him Kalin hät­ten sich nicht auf The­men und auf eine Uhr­zeit für das Tref­fen eini­gen kön­nen, berich­tet das „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” unter Beru­fung auf das Umfeld der tür­ki­schen Regie­rungs­par­tei. So habe die deut­sche Sei­te bei dem Besuch etwa den Wahl­kampf­auf­tritt des AKP-Abge­ord­ne­ten Mus­ta­fa Acik­göz kürz­lich in Neuss öffent­lich kri­ti­sie­ren wol­len, hieß es. 

Erdo­gan will die ursprüng­lich für Juni geplan­ten Par­la­ments- und Prä­si­den­ten­wah­len in der Tür­kei auf den 14. Mai vor­zie­hen. Acik­göz hat­te in Neuss in einer den ultra­na­tio­na­lis­ti­schen Grau­en Wöl­fen nahe­ste­hen­den Moschee unter ande­rem die „Ver­nich­tung” von Anhän­gern der ver­bo­te­nen kur­di­schen Arbei­ter­par­tei PKK und der Gülen-Bewe­gung gefor­dert. Erdo­gans Ber­lin-Plä­ne hat­ten zu Spe­ku­la­tio­nen geführt, er könn­te die Visi­te für einen Wahl­kampf­auf­tritt nut­zen. Aus dem AKP-Umfeld hieß es nun, man wer­de sich an das 2017 erlas­se­ne Wahl­kampf­ver­bot der Bun­des­re­gie­rung hal­ten. Man erwar­te aber, dass das Ver­bot auch bei den Oppo­si­ti­ons­par­tei­en durch­ge­setzt wer­de, die bereits Wahl­kampf in Deutsch­land führ­ten. Bei den Par­la­ments- und Prä­si­den­ten­wah­len im Juni 2018 leb­ten mehr als drei Mil­lio­nen tür­ki­sche Wahl­be­rech­tig­te im Aus­land, fast die Hälf­te davon in Deutschland.

Foto: Recep Tayyip Erdo­gan, über dts Nachrichtenagentur

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