Gesetz­ent­wurf: 50.000 Fach­kräf­te sol­len jedes Jahr einwandern

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Bun­des­re­gie­rung will mit ihrer Refor­mie­rung der Fach­kräf­te­ein­wan­de­rungs­ge­setz­ge­bung jähr­lich zusätz­lich 50.000 Fach­kräf­te aus Dritt­staa­ten nach Deutsch­land holen. Das geht aus einem Refe­ren­ten­wurf des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums und Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­ums für das Gesetz zur Wei­ter­ent­wick­lung der Fach­kräf­te­ein­wan­de­rung her­vor, über den die Zei­tun­gen des „Redak­ti­ons­netz­werks Deutsch­land” in ihren Sams­tag­aus­ga­ben berich­ten wer­den. „Die Rege­lun­gen des Gesetz­ent­wurfs kön­nen nach Ein­schät­zung der Bun­des­re­gie­rung die Ein­wan­de­rung qua­li­fi­zier­ter Dritt­staats­an­ge­hö­ri­ger zum Zweck der Erwerbs­mi­gra­ti­on um jähr­lich 50.000 Per­so­nen erhö­hen”, heißt es darin. 

Dem Papier zufol­ge plant die Bun­des­re­gie­rung die Ein­füh­rung einer soge­nann­ten „Chan­cen­kar­te” auf Basis eines Punk­te­sys­tems für Men­schen mit einem aus­län­di­schen, min­des­tens zwei­jäh­ri­gen Berufs­ab­schluss. „Zu den Aus­wahl­kri­te­ri­en gehö­ren Sprach­kennt­nis­se, Berufs­er­fah­rung, Alter und Deutsch­land­be­zug”, heißt es. Die „Chan­cen­kar­te” bie­te Mög­lich­kei­ten zur Pro­be­ar­beit oder Neben­be­schäf­ti­gung. „Um die Chan­cen­kar­te zu erhal­ten, müs­sen min­des­tens sechs Punk­te erreicht wer­den”, heißt es im Ent­wurf. Wei­ter soll eine Auf­ent­halts­er­laub­nis auf Grund­la­ge einer soge­nann­ten Aner­ken­nungs­part­ner­schaft für vor­qua­li­fi­zier­te Dritt­staa­ten­an­ge­hö­ri­ge ein­ge­führt wer­den, wodurch ein Aner­ken­nungs­ver­fah­ren erst im Inland begon­nen wer­den muss. „Beschäf­tig­te und Arbeit­ge­ber ver­pflich­ten sich, das Aner­ken­nungs­ver­fah­ren zügig durch­zu­füh­ren”, heißt es wei­ter. Im Gegen­zug kön­ne die Fach­kraft in Deutsch­land bereits vom ers­ten Tag an eine Beschäf­ti­gung auf­neh­men, die exis­tenz­si­chernd sein soll. Zudem will die Ampel das Sys­tem der „Blau­en Kar­te” wei­ter­ent­wi­ckeln. Für Inha­ber die­se Auf­ent­halts­ti­tels für Hoch­schul­ab­sol­ven­ten soll der Arbeit­ge­ber­wech­sel und der Fami­li­en­nach­zug ver­ein­facht wer­den. Wei­ter will die Bun­des­re­gie­rung aus­län­di­schen Stu­den­ten die Arbeit in Deutsch­land leich­ter ermög­li­chen, indem die Neben­be­schäf­ti­gung bei Stu­di­en­auf­ent­hal­ten erleich­tert wer­den. „Damit sol­len ver­stärkt auch Stu­die­ren­de aus dem Aus­land gewon­nen wer­den, die ein erheb­li­ches Poten­zi­al als zukünf­ti­ge aka­de­mi­sche Fach­kräf­te mit­brin­gen”, heißt es im Ent­wurf. „Zudem wer­den eini­ge Ver­bo­te von Neben­tä­tig­kei­ten, vor allem beim Sprach­kurs­be­such, auf­ge­ho­ben.” Um Schwie­rig­kei­ten bei der Fach­kräf­te­ein­wan­de­rung zu lösen, soll eine Erst­an­sprech­stel­le für Fach­kräf­te und Unter­neh­men im Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF) ein­ge­rich­tet werden.

Foto: Gren­ze Polen-Deutsch­land an der Oder, über dts Nachrichtenagentur

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