Gesund­heits-Apps bis­lang ein Flop

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Gesund­heits-Apps zum Erken­nen, Über­wa­chen und zur Behand­lungs­un­ter­stüt­zung von Krank­hei­ten haben sich bis­lang als Flop erwie­sen. Die Digi­ta­len Gesund­heits­an­wen­dun­gen (DiGA) sei­en vor mehr als zwei Jah­ren „mit viel Vor­schuss­lor­bee­ren in die Ver­sor­gung gestar­tet, wur­den den Erwar­tun­gen aber bis­her nicht gerecht und ste­cken noch in den Kin­der­schu­hen”, sag­te Ste­fa­nie Stoff-Ahnis, Vor­stän­din beim GKV-Spit­zen­ver­band der Kran­ken­kas­sen, der „Neu­en Osna­brü­cker Zei­tung” (NOZ). Die ernüch­tern­de Bilanz des Ver­ban­des: Seit dem Start der „App auf Rezept” am 1. Sep­tem­ber 2020 sei­en ledig­lich für 164.000 Pati­en­ten DiGAs bean­tragt und erstat­tet wor­den, bei sta­gnie­ren­der Tendenz. 

Die Gesund­heits-App sei „noch nicht in der Ver­sor­gung ange­kom­men”, heißt es im GKV-Bericht, der der „NOZ” vor­liegt. Als beson­de­rer Flop wur­de eine „Migrä­ne-App” iden­ti­fi­ziert, die für ins­ge­samt 1,7 Mil­lio­nen Euro 11.500-mal genutzt wur­de. Nach 16 Mona­ten wur­de die Anwen­dung aber wie­der aus dem Ver­zeich­nis gestri­chen, weil „kei­ne posi­ti­ven Ver­sor­gungs­ef­fek­te” sicht­bar wur­den. Auch eine „Panik-App” gegen Angst­stö­run­gen zeig­te im ers­ten Erpro­bungs­jahr kei­nen medi­zi­ni­schen Nut­zen. Die Erpro­bungs­pha­se wur­de gleich­wohl ver­län­gert, was der Her­stel­ler dafür nutz­te, den Preis von 428 auf 620 Euro hoch­zu­set­zen, der von den Kas­sen erstat­tet wer­den muss. Im Schnitt kos­te­ten die medi­zi­ni­schen Han­dy-Pro­gram­me 500 Euro pro Quar­tal, heißt es im Bericht. Von einem Schei­tern der „Apps auf Rezept” will der GKV-Spit­zen­ver­band aber noch nicht spre­chen. Man sehe wei­ter­hin „durch­aus gro­ßes Poten­zi­al” zum Erken­nen und Über­wa­chen von Krank­hei­ten und Unter­stüt­zung der Behand­lung, sag­te Vor­stän­din Stoff-Ahnis der „NOZ”. Aller­dings müs­se der Gesetz­ge­ber dem Preis­wu­cher der Anbie­ter einen Rie­gel vor­schie­ben und sol­le nur Apps mit nach­ge­wie­se­nem Nut­zen in den Kata­log aufnehmen.

Foto: Smart­pho­ne-Nut­ze­rin, über dts Nachrichtenagentur

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