Gif­fey plant Gip­fel gegen Jugendgewalt

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Nach den Sil­ves­ter-Kra­wal­len will Ber­lins Regie­ren­de Bür­ger­meis­te­rin Fran­zis­ka Gif­fey (SPD) in der kom­men­den Woche einen Gip­fel gegen Jugend­ge­walt abhal­ten. Als Ant­wort auf die „mas­si­ve Respekt­lo­sig­keit” und die Gewalt brau­che es einen „Mix aus aus­ge­streck­ter Hand und Stopp-Signal”, sag­te sie am Mitt­woch im RBB-Info­ra­dio. Taten müss­ten kon­se­quent und schnell bestraft wer­den, for­der­te Gif­fey und erin­ner­te an das Neu­köll­ner Modell der ehe­ma­li­gen Jugend­rich­te­rin Kirs­ten Heisig. 

Die­se hat­te sich für das Prin­zip ein­ge­setzt, dass bei jugend­li­chen Straf- und Inten­siv­tä­tern die Stra­fe auf dem Fuß fol­gen müs­se. Gif­fey sag­te auch, dass es hier „neu­en Schub” und eine brei­te Anstren­gung in meh­re­ren Berei­chen brau­che. „Das muss in Schu­le, in Jugend­so­zi­al­ar­beit, der poli­zei­li­chen Prä­ven­ti­ons­ar­beit, aber auch in der Jugend­ge­richts­hil­fe eine kon­zer­tier­te Akti­on geben”, so die Regie­ren­de Bür­ger­meis­te­rin. Den Vor­wurf von CDU-Chef Fried­rich Merz, ihr Senat tra­ge eine Mit­ver­ant­wor­tung an der Eska­la­ti­on in der Sil­ves­ter­nacht, wies sie zurück. Poli­zei und Feu­er­wehr sei­en „in vol­ler Mann­stär­ke” im Ein­satz gewe­sen. Sie kön­ne nicht erken­nen, dass die Poli­zei in ihrer Arbeit ein­ge­schränkt wor­den sei, es habe viel­mehr die vol­le Rücken­de­ckung der Poli­tik für die Ein­satz­kräf­te gege­ben. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren sei die Poli­zei „unter sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Ver­ant­wor­tung” mas­siv auf­ge­stockt wor­den, sag­te Gif­fey. Die Gewalt­aus­brü­che sei­en zudem kein „Ber­lin-Phä­no­men”. Ähn­li­ches sei auch in ande­ren Städ­ten pas­siert, ent­geg­ne­te die SPD-Poli­ti­ke­rin dem CDU-Chef. In der Dis­kus­si­on um ein Böl­ler-Ver­bot mahn­te sie Rea­lis­mus an. „Ich glau­be nicht, dass für sämt­li­che Böl­ler ein Ver­bot auf Bun­des­ebe­ne durch­setz­bar sein wird”, so Gif­fey. Sie warn­te zugleich vor ein­fa­chen Ant­wor­ten und sag­te, dass es ihr nicht dar­um gegen „alles flä­chen­de­ckend” zu ver­bie­ten. „Ich wür­de es gut fin­den, wenn für bestimm­te Böl­ler Ein­schrän­kun­gen erfol­gen”, so die Regie­ren­de Bürgermeisterin.

Foto: Fran­zis­ka Gif­fey, über dts Nachrichtenagentur

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