Grü­ne und FDP kri­ti­sie­ren Lau­ter­bach-Vor­stoß zur Organspende

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – In der Ampel-Koali­ti­on mehrt sich Kri­tik am Organ­spen­de-Vor­stoß von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach (SPD). „Das gel­ten­de Gesetz ist geschei­tert”, hat­te Lau­ter­bach ver­gan­ge­ne Woche gesagt. Gemeint war das vor knapp drei Jah­ren beschlos­se­ne Organ­spen­de-Gesetz, das zu mehr Auf­klä­rung und einer höhe­ren Spen­den­be­reit­schaft in Deutsch­land bei­tra­gen sollte. 

Der Bun­des­tag, so der Wunsch Lau­ter­bachs, sol­le nun erneut über eine Wider­spruchs­lö­sung abstim­men. „Ein Gesetz für geschei­tert zu erklä­ren, bevor es umge­setzt wur­de, ist ver­früht”, sag­te nun Kirs­ten Kap­pert-Gon­ther, Gesund­heits­po­li­ti­ke­rin der Grü­nen im Bun­des­tag, der „Welt” (Mitt­wochs­aus­ga­be). Lau­ter­bachs Auf­ga­be sei es, im Schul­ter­schluss mit den Län­dern die vom Bun­des­tag beschlos­se­nen Maß­nah­men zügig und umfas­send umzu­set­zen. „Anzu­neh­men, dass die Wider­spruchs­re­ge­lung hier den ent­schei­den­den Unter­schied macht, ist nicht schlüs­sig.” Der Organ­spen­de-Welt­meis­ter Spa­ni­en zei­ge, dass nicht die Ein­füh­rung einer Wider­spruchs­re­ge­lung, son­dern Struk­tur­re­for­men Jah­re spä­ter den ent­schei­den­den Unter­schied mach­ten. „Der Bun­des­tag hat mit brei­ter Mehr­heit fest­ge­stellt, dass Men­schen nicht auto­ma­tisch zu Spen­dern erklärt wer­den sol­len”, so Kap­pert-Gon­ther. „Schwei­gen darf nicht Zustim­mung bedeu­ten.” Auch Chris­ti­ne Aschen­berg-Dug­nus, par­la­men­ta­ri­sche Geschäfts­füh­re­rin der FDP-Bun­des­tags­frak­ti­on, beharrt auf der aktu­el­len Geset­zes­la­ge. „Ursäch­lich für den Rück­gang der Bereit­schaft zur Organ­spen­de ist nicht das Gesetz. Es hakt hier viel­mehr an sei­ner kon­kre­ten Umset­zung”, so die Gesund­heits­po­li­ti­ke­rin. „Wir müs­sen jetzt drin­gend den Auf­bau eines Trans­plan­ta­ti­ons­re­gis­ters sowie die Infor­ma­ti­ons­pflicht bei den Bür­ger­äm­tern vor­an­brin­gen.” Auch sei die ärzt­li­che Auf­klä­rung über die Organ­spen­de wie­der zu inten­si­vie­ren. Ursprüng­lich soll­te das Online-Regis­ter am 1. März 2022 an den Start gehen, der Ter­min wur­de jedoch immer wie­der ver­scho­ben. „Vor­aus­sicht­lich im ers­ten Quar­tal 2024 kann – nach gegen­wär­ti­gem Stand der Pla­nun­gen – der Live­gang erfol­gen”, teil­te ein Spre­cher des zustän­di­gen Bun­des­in­sti­tuts für Arz­nei­mit­tel und Medi­zin­pro­duk­te (BfArM) der „Welt” mit. Die „erheb­li­chen Pro­jekt­ver­zö­ge­run­gen” sei­en von dem mit der Ent­wick­lung beauf­trag­ten Dienst­leis­ter, der Bun­des­dru­cke­rei, unter ande­rem mit der „Kom­ple­xi­tät des Pro­jekts” begrün­det wor­den, so der Sprecher.

Foto: Organ­spen­de­aus­weis, über dts Nachrichtenagentur

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