Grü­ne und FDP uneins über Wei­ter­ent­wick­lung von Corona-Warn-App

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – In der Ampel-Koali­ti­on herrscht der­zeit kei­ne Einig­keit über die Zukunft der Coro­na-Warn-App. Wäh­rend die FDP ledig­lich die tech­ni­sche Aktua­li­tät der App auf­recht­erhal­ten will, set­zen sich die Grü­nen für eine Wei­ter­ent­wick­lung ein. Dass das Pro­gramm neue Funk­tio­nen bekom­me, sei sinn­voll, um es wei­ter auf mög­lichst vie­len Smart­phones zu hal­ten, sag­te der gesund­heits­po­li­ti­sche Spre­cher der Grü­nen-Frak­ti­on, Janosch Dah­men, den Fun­ke-Zei­tun­gen (Don­ners­tags­aus­ga­ben).

Als „Schnitt­stel­le zwi­schen Bür­gern und Gesund­heits­we­sen” kön­ne die App künf­tig etwa den Zugang zu „Gesund­heits­in­for­ma­tio­nen, Gesund­erhal­tungs­an­ge­bo­ten oder Ter­mi­nen und Daten” ermög­li­chen. „Der ent­schei­den­de Punkt bei der Coro­na-Warn-App ist, dass sie in der Bevöl­ke­rung enorm weit ver­brei­tet ist”, so Dah­men. Weil neue Coro­na-Wel­len und Vari­an­ten jeder­zeit mög­lich blie­ben, sol­le die­ser hohe Ver­brei­tungs­grad mög­lichst auf­recht­erhal­ten wer­den. „Wir sind gut bera­ten, wir­kungs­vol­le Instru­men­te im Stand­by-Modus zu behal­ten”, sag­te Dah­men. Die FDP im Bun­des­tag hat sich gegen eine Wei­ter­ent­wick­lung aus­ge­spro­chen. „Die pan­de­mi­sche Situa­ti­on in Deutsch­land ist vor­bei, die App hat ihren Dienst getan”, sag­te Andrew Ull­man, gesund­heits­po­li­ti­scher Spre­cher der FDP-Frak­ti­on, den Fun­ke-Zei­tun­gen. „Die Mehr­wer­te einer Wei­ter­ent­wick­lung erschlie­ßen sich mir aktu­ell nicht.” Wol­le Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach (SPD) die App über Ende Mai hin­aus für ande­re Auf­ga­ben nut­zen, müs­se er zunächst erklä­ren, wel­che kon­kre­ten Zie­le damit ver­folgt wür­den. „Ansons­ten sehe ich hier die Ver­schwen­dung von Zeit und Steu­er­gel­dern”, so Ull­mann. Gleich­wohl sprach sich der FDP-Poli­ti­ker grund­sätz­lich dafür aus, die tech­ni­sche „Aktua­li­tät” der App im Hin­ter­grund auf­recht zu erhal­ten und dafür gege­be­nen­falls neue Ver­trä­ge abzu­schlie­ßen. Außer­dem reg­te er an, eine „Enquete-Kom­mis­si­on Pan­de­mie” ein­zu­rich­ten, um bes­ser auf künf­ti­ge Kri­sen und Not­la­gen vor­be­rei­tet zu sein. Nach Anga­ben des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um herrscht aktu­ell die Zukunft der Coro­na-App noch kei­ne Klar­heit. „Die Fra­ge einer wei­te­ren Nut­zung der Coro­na-Warn-App wird der­zeit inner­halb der Bun­des­re­gie­rung dis­ku­tiert”, sag­te ein Spre­cher. Die­se Gesprä­che sei­en „noch nicht abge­schlos­sen”. Sicher sei indes, dass mit einer vom 18. Janu­ar an ver­füg­ba­ren neu­en Ver­si­on künf­tig auch die Mel­dung von posi­ti­ven Selbst­tests über die App mög­lich gemacht wer­de. Bis­her waren nur Ergeb­nis­se von PCR-Tests und offi­zi­el­len Schnell­tests meldefähig.

Foto: Coro­na-Warn-App mit ´rotem´ Hin­weis, über dts Nachrichtenagentur

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