Grü­ne wol­len „gene­rel­les Umden­ken” in Bezug auf lega­le Drogen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Dro­gen­po­li­ti­ker der Ampel-Frak­tio­nen mel­den sich mit kon­kre­ten For­de­run­gen zum The­ma Alko­hol und Tabak zu Wort. Lin­da Heit­mann, Bericht­erstat­te­rin für Dro­gen- und Sucht­po­li­tik der Grü­nen-Frak­ti­on im Bun­des­tag, for­der­te in der „Welt”, die Ver­füg­bar­keit der lega­len Sucht­mit­tel ein­schrän­ken. „Wir brau­chen ein gene­rel­les Umden­ken in Bezug auf lega­le Dro­gen, um zu einem ver­ant­wor­tungs­vol­le­ren Umgang mit die­sen Sub­stan­zen zu kom­men”, sag­te sie. 

„Wir müs­sen Ver­füg­bar­keit und ‘Cool­ness­fak­tor‘ der Sucht­mit­tel ver­än­dern.” Gera­de in Bezug auf Alko­hol gebe es hier bis­lang kaum Ein­schrän­kun­gen, son­dern es gel­te fast unein­ge­schränkt das Gesetz des frei­en Mark­tes – mit leich­ter Ver­füg­bar­keit an vie­len Ver­kaufs­stel­len, mode­ra­ter Preis­ge­stal­tung vie­ler Pro­duk­te sowie kaum Regeln für Wer­bung und Mar­ke­ting, so Heit­mann. „Unser Umgang mit Alko­hol wird sich als Gesell­schaft ver­mut­lich nur dann signi­fi­kant ändern, wenn wir an die­sen Stell­schrau­ben dre­hen und anset­zen. Zudem müs­sen wir auch dis­ku­tie­ren, ob Ziga­ret­ten und E‑Zigaretten ein­fach über Auto­ma­ten, in Super­märk­ten und Tank­stel­len rund um die Uhr ver­füg­bar sein müs­sen.” Alko­hol zu genie­ßen oder nicht, soll­te für Erwach­se­ne „eine per­sön­li­che Wert­ent­schei­dung sein”, anstatt dass die­ser „immer und über­all selbst­ver­ständ­lich dazu­ge­hört”, so die Grü­nen-Poli­ti­ke­rin wei­ter. „Des­we­gen hal­te ich steu­er­li­che Erhö­hun­gen für Alko­ho­li­ka grund­sätz­lich für sinn­voll.” Seit Juli des ver­gan­ge­nen Jah­res wird auch auf E‑Zigaretten Tabak­steu­er erho­ben, die­se steigt bis 2026 stark an. Die dro­gen- und sucht­po­li­ti­sche Spre­che­rin der FDP-Bun­des­tags­frak­ti­on, Kris­ti­na Lüt­ke, for­dert dies­be­züg­lich eine Über­prü­fung. „Die von der Vor­gän­ger­re­gie­rung beschlos­se­nen Erhö­hun­gen der Tabak­steu­er müs­sen noch­mal auf den Prüf­stand – weni­ger gesund­heits­schäd­li­che Pro­duk­te dür­fen am Ende nicht teu­rer sein als die klas­si­sche Ziga­ret­te”, sag­te sie der „Welt”. 2020 beschloss der Bun­des­tag, dass Ziga­ret­ten, Tabak zum Selbst­dre­hen und Was­ser­pfei­fen­ta­bak nicht zu Wer­be­zwe­cken kos­ten­los abge­ge­ben wer­den dür­fen. Der Dro­gen­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Burk­hard Bli­e­nert, will die Rege­lung erwei­tern: „Mei­ne Zie­le sind klar: Null-Kom­ma-Null Niko­tin­spon­so­ring, zukünf­tig kei­ne kos­ten­lo­se Abga­be mehr für neu­ar­ti­ge Tabak­pro­duk­te und E‑Zigaretten und, wenn irgend mög­lich, auch Schluss mit der Wer­bung am Kas­sen­band oder im Kiosk an der Ecke”, sag­te der SPD-Poli­ti­ker. „Ich per­sön­lich hät­te auch nichts dage­gen ein­zu­wen­den, wenn auch noch die Mar­ken­schil­der auf den Ver­pa­ckun­gen ver­schwin­den müssten.”

Foto: Rau­che­rin, über dts Nachrichtenagentur

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