Grü­nen-Frak­ti­on will Kli­ma-Offen­si­ve starten

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Spit­ze der Grü­nen-Frak­ti­on will im Koali­ti­ons­streit um die Kli­ma­bi­lanz im Ver­kehrs­sek­tor in die Offen­si­ve gehen. Die „Süd­deut­sche Zei­tung” wird in ihrer Don­ners­tag­aus­ga­be schrei­ben, der Frak­ti­ons­vor­stand wol­le bei einem Tref­fen am glei­chen Tag ein Papier mit dem Titel „Star­ter-Paket für mehr Kli­ma­schutz im Ver­kehrs­sek­tor” ver­ab­schie­den und damit selbst Vor­schlä­ge für schnell wir­ken­de Kli­ma­maß­nah­men prä­sen­tie­ren. „Der Ver­kehrs­sek­tor hat eine ver­hee­ren­de Kli­ma­bi­lanz”, sag­te Frak­ti­ons­chefin Katha­ri­na Drö­ge der Zeitung. 

„Vol­ker Wis­sing muss beim Kli­ma­schutz raus aus dem Bum­mel­zug.” Kli­ma­neu­tra­le Mobi­li­tät sei mög­lich, so Drö­ge. Es brau­che dafür Mut und Ent­schlos­sen­heit. „Der Beton muss raus aus den Köp­fen”, sag­te Drö­ge. Man wol­le Wis­sing mit dem Papier „dabei unter­stüt­zen, sei­ne Kli­ma­schutz­zie­le zu errei­chen”. So for­dern die Grü­nen das Aus des Dienst­wa­gen­pri­vi­legs in sei­ner heu­ti­gen Form. Es dür­fe „nicht län­ger Kauf und Nut­zung von Pkw mit hohem Sprit­ver­brauch” begüns­ti­gen. Aktu­ell habe die mil­li­ar­den­schwe­re Dienst­wa­gen­be­steue­rung erheb­li­chen Ein­fluss auf den Neu­wa­gen­markt, war­nen die Grü­nen. „Sie bestimmt ganz ent­schei­dend, wel­che Fahr­zeu­ge auf unse­ren Stra­ßen fah­ren.” Den Grü­nen zufol­ge soll­te sie künf­tig nach CO2-Aus­stoß gestaf­felt wer­den. Auch die Pend­ler­pau­scha­le wol­len die Grü­nen in ihrer heu­ti­gen Form am liebs­ten kip­pen. Sie sei weder öko­lo­gisch noch sozi­al sinn­voll. Dane­ben spitzt sich der Streit zwi­schen FDP und Grü­nen um Wis­sings Plan zu, den Neu­bau von Auto­bah­nen zu beschleu­ni­gen. Deutsch­land habe trotz „Kli­ma- und Arten­kri­se” bereits eines der dich­tes­ten Fern­stra­ßen­net­ze Euro­pas, schreibt die Frak­ti­ons­spit­ze in dem Papier. Die Grü­nen ver­fol­gen einen ganz ande­ren Plan: Die bis 2030 vor­ge­se­he­nen Aus­bau­ten von Auto­bah­nen und Bun­des­fern­stra­ßen wol­le man deut­lich redu­zie­ren, heißt es in dem Papier. Vor­rang soll die Sanie­rung haben. Auch beim 49-Euro-Ticket und dem Aus­bau der Bahn set­zen die Grü­nen den Koali­ti­ons­part­ner unter Druck. „Das zustän­di­ge Bun­des­res­sort” müs­se nun „alle Hebel in Bewe­gung set­zen, damit das 49-Euro-Ticket auch tat­säch­lich im Früh­jahr die­ses Jah­res kommt”.

Foto: Brit­ta Haßel­mann und Katha­ri­na Drö­ge, über dts Nachrichtenagentur

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