Hand­werks­ver­band will mehr För­der­mit­tel für Neubauten

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der neue Prä­si­dent des Zen­tral­ver­bands des Deut­schen Hand­werks (ZDH) for­dert von der Bun­des­re­gie­rung mehr finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für die Bau­bran­che. „Es gibt ange­sichts des Woh­nungs­man­gels genug zu tun, der Neu­bau rech­net sich unter den aktu­el­len Kon­di­tio­nen nur nicht mehr”, sag­te Ver­bands­chef Jörg Dittrich der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung” (Sams­tags­aus­ga­be). Erleich­te­run­gen etwa beim Kurz­ar­bei­ter­geld wür­den den Betrie­ben in der aktu­el­len Situa­ti­on wenig helfen. 

„Als Res­sort­chef für die Wirt­schaft muss sich Robert Habeck für mehr För­der­mit­tel für Neu­bau­ten und Sanie­run­gen ein­set­zen.” Die Zuschüs­se für bei­de Berei­che sei­en aber stark gekürzt wor­den. Die Ener­gie­po­li­tik der Ampel­ko­ali­ti­on sieht Dittrich kri­tisch. „Die Ener­gie­ver­sor­gung in Deutsch­land muss zu jeder Zeit gesi­chert sein, und die Prei­se für Ener­gie müs­sen wett­be­werbs­fä­hig und bezahl­bar sein.” Sein per­sön­li­cher Ein­druck sei, dass weder das eine noch das ande­re gegen­wär­tig gewähr­leis­tet sei. „Bild­lich gespro­chen: Deutsch­land liegt gera­de auf der Inten­siv­sta­ti­on, aber über­legt sich, ob es in drei Wochen in Urlaub fah­ren will. Wir müs­sen erst mal run­ter von der Sta­ti­on”, so der ZDH-Prä­si­dent. Deutsch­land sei „mit­ten in der größ­ten Ener­gie­kri­se der Nach­kriegs­zeit”. In einer sol­chen Zeit den Koh­le­aus­stieg auf 2030 vor­zie­hen zu wol­len, sei ihm „unver­ständ­lich”. Mit Blick auf den Arbeits­kräf­te­man­gel im Hand­werk sag­te er: „Heu­te sind im Hand­werk im Schnitt knapp drei Mona­te War­te­zeit üblich. Künf­tig wer­den Kun­den ver­mut­lich auch mal sechs Mona­te auf einen Hand­wer­ker war­ten müs­sen.” Solan­ge es sich nicht um einen Not­fall han­de­le, sei dies aber ver­tret­bar. „Auf ein neu­es Auto war­ten die Men­schen auch etli­che Mona­te, war­um nicht auch auf ein neu­es Dach oder ein neu­es Bad?” Dittrich geht davon aus, dass die Prei­se für Hand­wer­ker hoch blei­ben wer­den. Es gebe in Deutsch­land eine „mas­si­ve Benach­tei­li­gung lohn­in­ten­si­ver Arbeit”, kri­ti­sier­te er. „Wir müs­sen auf­pas­sen, dass Hand­wer­ker – selbst für die Mit­tel­schicht – nicht unbe­zahl­bar werden.”

Foto: Neu­bau­sied­lung, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.