Hes­sen for­dert Spitz­ab­rech­nung für alle Flüchtlingskosten

Wies­ba­den (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Hes­sens Minis­ter­prä­si­dent Boris Rhein (CDU) for­dert ange­sichts stei­gen­der Flücht­lings­zah­len eine Spitz­ab­rech­nung mit dem Bund für alle Flücht­lings­kos­ten statt einer Pau­scha­le. „Das bedeu­tet: Stei­gen die Flücht­lings­zah­len, steigt auto­ma­tisch auch die Sum­me, die die Län­der und damit am Ende auch die Kom­mu­nen und Land­krei­se vom Bund bekom­men”, sag­te er dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land”. Es zeich­ne sich jetzt schon ab, dass die zwi­schen Bund und Län­dern ver­han­del­te pau­scha­le Sum­me nicht genüge. 

„Wir erle­ben ein der­ar­ti­ges Zuzugs­ge­sche­hen, dass die Pau­scha­le nicht aus­rei­chen wird”, so Rhein. „Das muss der Bun­des­kanz­ler ein­se­hen.” Der Minis­ter­prä­si­dent sprach von einer ange­spann­ten Lage. „Die Kom­mu­nen und Län­der kom­men bei der Flücht­lings­ver­sor­gung an ihr Limit. Und es ist eben durch­aus eine finan­zi­el­le Fra­ge, ob wir Unter­künf­te mie­ten und dadurch auf die Bele­gung von Turn­hal­len und Bür­ger­häu­sern ver­zich­ten kön­nen.” Mit mehr Geld lie­ßen sich auch drin­gend benö­tig­te, zusätz­li­che Stel­len in den Schu­len und Kitas schaf­fen sowie wei­te­re Fort­bil­dungs­pro­gram­me anbie­ten. Ange­sichts der stei­gen­den Zahl an Asyl­an­trä­gen for­der­te Rhein die Bun­des­re­gie­rung zudem zu einer „Rück­füh­rungs­of­fen­si­ve” auf. „Ein Son­der­be­voll­mäch­tig­ter der Bun­des­re­gie­rung für Migra­ti­on reicht nicht aus”, sag­te er dem RND. „2022 gab es mehr als 85.000 uner­laub­te Grenz­über­trit­te nach Deutsch­land, fast 60.000 davon über Polen, Öster­reich, Tsche­chi­en und über die Schweiz”, kri­ti­sier­te er. Der Schlüs­sel lie­ge beim Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um, „das die Rück­füh­rung umset­zen und die Gren­zen sichern muss”, so der Minis­ter­prä­si­dent. „Das Fata­le ist, dass mit den Ampel-Plä­nen zur Staats­bür­ger­schaft in einer ohne­hin schon ange­spann­ten Lage fal­sche Anrei­ze gesetzt wer­den und sich die Situa­ti­on zuspit­zen könn­te.” Auf die Fra­ge, ob es einen erneu­ten Flücht­lings­gip­fel braucht, sag­te Rhein: „Es wäre klug, wenn der Bun­des­kanz­ler die unge­steu­er­te Migra­ti­on zur Chef­sa­che machen und mit Län­dern und Kom­mu­nen zeit­nah bespre­chen wür­de, wie es wei­ter­ge­hen kann.” Das betref­fe die Grenz­si­che­rung, Maß­nah­men in den Her­kunfts­län­dern, aber auch die Bewäl­ti­gung der Situa­ti­on vor Ort.

Foto: Flücht­lin­ge, über dts Nachrichtenagentur

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