Immer mehr Unter­neh­men kön­nen nicht alle offe­nen Stel­len besetzen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Immer mehr Unter­neh­men in Deutsch­land kön­nen nicht alle offe­nen Stel­len beset­zen. Laut einer am Don­ners­tag ver­öf­fent­lich­ten DIHK-Umfra­ge haben sich die Stel­len­be­set­zungs­schwie­rig­kei­ten 2022 im Vor­jah­res­ver­gleich noch­mals ver­schärft. „Wir gehen davon aus, dass in Deutsch­land rund zwei Mil­lio­nen Arbeits­plät­ze vakant blei­ben”, sag­te der stell­ver­tre­ten­de DIHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Achim Dercks. 

Man dür­fe sich nicht von der sta­bi­len Arbeits­markt­ent­wick­lung blen­den las­sen. „Unter der Ober­flä­che braut sich seit gerau­mer Zeit eine gefähr­li­che Mischung zusam­men.” Der Fach­kräf­te­man­gel kos­te Wert­schöp­fung und kön­ne in der Kom­bi­na­ti­on mit den hohen Ener­gie­prei­sen und den Her­aus­for­de­run­gen der Trans­for­ma­ti­on in Rich­tung Kli­ma­neu­tra­li­tät zu einer Belas­tung für die deut­sche Wirt­schaft wer­den. Der Fach­kräf­te­man­gel betref­fe alle Bran­chen, so die DIHK. Ins­ge­samt sehen sich den Umfra­ge­er­geb­nis­sen zufol­ge 53 Pro­zent der Betrie­be von Per­so­nal­eng­päs­sen betrof­fen, in der Indus­trie und in der Bau­wirt­schaft sind es jeweils 58 Pro­zent. Wäh­rend die Lücke in den Indus­trie­un­ter­neh­men gegen­über Herbst 2021 (53 Pro­zent) noch­mals grö­ßer wur­de, schwä­che sie sich beim Bau etwas ab (Vor­jahr: 66 Pro­zent). Beson­ders betrof­fen sind zudem wei­ter­hin die Gesund­heits- und Sozi­al­dienst­leis­ter: 71 Pro­zent von ihnen mel­de­ten zuletzt Stel­len­be­set­zungs­pro­ble­me. Im Bereich Ver­kehr und Lage­rei suchen 65 Pro­zent der Unter­neh­men ver­geb­lich nach Per­so­nal. Am häu­figs­ten schei­tern die Unter­neh­men mit Stel­len­be­set­zungs­schwie­rig­kei­ten bei der Ein­stel­lung von Fach­kräf­ten mit dua­ler Berufs­aus­bil­dung (48 Pro­zent) und von Aus­zu­bil­den­den (39 Pro­zent). Per­so­nal mit Wei­ter­bil­dungs­ab­schluss suchen 37 Pro­zent der Unter­neh­men mit Beset­zungs­pro­ble­men erfolg­los. Bei den Hoch­schul­ab­sol­ven­ten ist es jedes drit­te die­ser Unter­neh­men. Auch für Men­schen ohne abge­schlos­se­ne Berufs­aus­bil­dung bestehen noch Beschäf­ti­gungs­chan­cen – 31 Pro­zent der Betrie­be mit Stel­len­be­set­zungs­pro­ble­men kön­nen ent­spre­chen­de Vakan­zen nicht besetzen.

Foto: Haus der Deut­schen Wirt­schaft, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.