In vie­len Bun­des­län­dern fehlt noch jede zwei­te Grundsteuererklärung

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Weni­ge Wochen vor Ablauf der Frist haben in sie­ben der 16 Bun­des­län­der erst weni­ger als die Hälf­te der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer die Steu­er­erklä­rung für die neue Berech­nung der Grund­steu­er abge­ge­ben. Dies ergab eine Abfra­ge der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung” unter den Lan­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­en. Am gerings­ten war die Rück­lauf­quo­te Stand Mitt­woch in Meck­len­burg-Vor­pom­mern mit rund 40 Prozent. 

Es fol­gen Baden-Würt­tem­berg und das Saar­land (bei­de 45 Pro­zent), Ber­lin (45,6 Pro­zent), Nord­rhein-West­fa­len (46 Pro­zent), Bran­den­burg (47,5 Pro­zent) sowie Sach­sen (49 Pro­zent). Bereits mehr als jede zwei­te Erklä­rung erhal­ten haben Bay­ern (50,5 Pro­zent), Hes­sen (52,9 Pro­zent), Thü­rin­gen (53,4 Pro­zent), Nie­der­sach­sen, Rhein­land-Pfalz, Schles­wig-Hol­stein (jeweils 54 Pro­zent), Ham­burg (55,5 Pro­zent) sowie Sach­sen-Anhalt (56,3 Pro­zent). Die höchs­te Rück­lauf­quo­te gab Bre­men mit knapp 57 Pro­zent an. Auf eine wei­te­re Frist­ver­län­ge­rung kön­nen Eigen­tü­mer laut Ham­burgs Finanz­se­na­tor Andre­as Dres­sel nicht hof­fen: „Eine wei­te­re Frist­ver­län­ge­rung wird es nicht mehr geben”, sag­te er der FAZ. „Deutsch­lands Gemein­den sind auf die rund 14 Mil­li­ar­den Euro Ein­nah­men aus der Grund­steu­er ange­wie­sen, um ihre kom­mu­na­len Leis­tun­gen auch in Kri­sen­zei­ten auf­recht­zu­er­hal­ten.” Der Prä­si­dent der Bun­des­steu­er­be­ra­ter­kam­mer, Hart­mut Schwab, kri­ti­sier­te das Ver­fah­ren. „Es ist für alle Betei­lig­ten zeit­in­ten­siv, und die­ser Auf­wand wäre ver­zicht­bar gewe­sen. Denn grund­sätz­lich lie­gen der Ver­wal­tung die meis­ten Daten vor, die für die Fest­stel­lung der Grund­steu­er­wer­te erfor­der­lich sind. Nur lei­der nicht gebün­delt”, sag­te er. „Daher müs­sen Steu­er­pflich­ti­ge und ihre Bera­ter die­se Daten jetzt zusam­men­tra­gen und über­mit­teln.” Im Zuge der Grund­steu­er­re­form müs­sen rund 36 Mil­lio­nen Eigen­tü­mer von Immo­bi­li­en und Grund­stü­cken in Deutsch­land eine Grund­steu­er­erklä­rung abge­ben. Die Frist dafür soll­te ursprüng­lich am 31. Okto­ber 2022 enden, wur­de aber bis zum 31. Janu­ar 2023 verlängert.

Foto: Finanz­amt, über dts Nachrichtenagentur

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