Innen­mi­nis­te­rin will halb­au­to­ma­ti­sche Waf­fen verbieten

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Nach den Sil­ves­ter-Kra­wal­len und den auf­ge­flo­ge­nen Putsch­plä­nen einer Reichs­bür­ger-Grup­pe will Bun­des­in­nen­mi­nis­te­rin Nan­cy Fae­ser (SPD) das Waf­fen­ge­setz deut­lich ver­schär­fen. Der 48-sei­ti­ge Gesetz­ent­wurf aus dem Innen­mi­nis­te­ri­um, über den die „Süd­deut­sche Zei­tung” berich­tet, sieht unter ande­rem ein Ver­bot halb­au­to­ma­ti­scher Waf­fen für Pri­vat­leu­te vor. Schreck­schuss­pis­to­len und die bei Reichs­bür­gern belieb­ten Arm­brüs­te sol­len zudem künf­tig nur gegen einen Waf­fen­schein zu haben sein. 

Sicher­heits­be­hör­den hal­ten beson­ders die wei­te Ver­brei­tung halb­au­to­ma­ti­scher kriegs­waf­fen­ähn­li­cher Schuss­waf­fen für bedroh­lich. In Deutsch­land sol­len davon 225.000 kur­sie­ren – 60 Pro­zent davon in Pri­vat­be­sitz. Der Waf­fen­typ wur­de welt­weit immer wie­der bei Amok- und Ter­ror­ta­ten ver­wen­det, etwa bei den Anschlä­gen von Utøya in Nor­we­gen und Christ­church in Neu­see­land. Mit dem geplan­ten Ver­bot, wel­ches 135.000 pri­va­te Hal­ter tref­fen wür­de, sol­len Nach­ah­mun­gen ver­hin­dert wer­den. Der pri­va­te Besitz voll­au­to­ma­ti­scher Waf­fen ist bereits ver­bo­ten. Allein den lega­len Pri­vat­be­sitz an Waf­fen in Deutsch­land bezif­fert das Natio­na­le Waf­fen­re­gis­ter auf gut fünf Mil­lio­nen. In der Poli­tik löst die hohe Zahl Sor­gen aus. Das Innen­mi­nis­te­ri­um will die Regeln gene­rell deut­lich ver­schär­fen. So soll jeder neue Waf­fen­hal­ter künf­tig „auf eige­ne Kos­ten” ein ärzt­li­ches oder psy­cho­lo­gi­sches Zeug­nis über die eige­ne Eig­nung vor­le­gen. Das galt bis­lang nur für beson­ders jun­ge Käu­fer unter 25 Jah­ren. Nach den Angrif­fen auf Ein­satz­kräf­te an Sil­ves­ter, bei denen sol­che Waf­fen eine gro­ße Rol­le spiel­ten, sol­len auch Schreckschuss‑, Reizstoff‑, Signal­waf­fen bald nicht mehr ohne Erlaub­nis zu haben sein. Käu­fer müs­sen dem Ent­wurf zufol­ge künf­tig einen Klei­nen Waf­fen­schein nach­wei­sen und sich so regis­trie­ren las­sen. Glei­ches gilt für die im Reichs­bür­ger-Milieu belieb­ten Arm­brüs­te. Stren­ger wer­den sol­len auch die Regeln für Schieß­stän­de. Der Gesetz­ent­wurf soll zu Wochen­be­ginn an die ande­ren Res­sorts gehen. In der Regie­rungs­ko­ali­ti­on dürf­te er hef­ti­gen Streit aus­lö­sen. Fae­sers Koali­ti­ons­part­ner FDP lehnt eine Ver­schär­fung ab. Jus­tiz­mi­nis­ter Mar­co Busch­mann will statt­des­sen bestehen­de Geset­ze stren­ger anwenden.

Foto: Nan­cy Fae­ser, über dts Nachrichtenagentur

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