Isra­els Ex-Jus­tiz­mi­nis­ter Sa’ar kri­ti­siert geplan­te Justizreform

Jeru­sa­lem (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der frü­he­re israe­li­sche Jus­tiz­mi­nis­ter Gide­on Sa’ar sieht die geplan­te Jus­tiz­re­form der Regie­rung von Pre­mier­mi­nis­ter Ben­ja­min Netan­ja­hu kri­tisch. Die vor­ge­se­he­ne Schwä­chung des Obers­ten Gerichts­hofs wür­de dazu füh­ren, dass es „kei­ne gericht­li­che Kon­trol­le, kei­ne ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Kon­trol­le der Gesetz­ge­bung” mehr geben wer­de, sag­te der kon­ser­va­ti­ve Poli­ti­ker, der selbst bis 2020 Mit­glied von Netan­ja­hus Likud-Par­tei war, der Wochen­zei­tung „Die Zeit”. Und das sei „sehr problematisch”. 

Den im Netan­ja­hu-Lager ver­brei­te­ten Vor­wurf, der israe­li­sche Obers­te Gerichts­hof sei von links­li­be­ra­ler Ideo­lo­gie beherrscht, nann­te Sa’ar „völ­lig falsch”. Dass das Kabi­nett Netan­ja­hu das Ver­fah­ren der Rich­ter­be­ru­fung ändern wol­le, habe ganz ande­re Grün­de: „Für das, was die Regie­rung jetzt vor­hat, gibt es nur ein Motiv: die hun­dert­pro­zen­ti­ge poli­ti­sche Kon­trol­le über die Wahl der Rich­ter.” Sa’ar leg­te nahe, dass Netan­ja­hus Inter­es­se an einer Schwä­chung der Jus­tiz mit dem Straf­ver­fah­ren zu tun habe, wel­ches gegen den Regie­rungs­chef wegen Kor­rup­ti­ons­de­lik­ten anhän­gig ist: „In der Ver­gan­gen­heit hat Netan­ja­hu Vor­schlä­ge wie die, über die heu­te gestrit­ten wird, immer blo­ckiert.” Alles, was er heu­te unter­stüt­ze, habe er in der Ver­gan­gen­heit abge­lehnt. „Und die ein­zi­ge Ände­rung, die ich zwi­schen damals und heu­te erken­ne, ist das Straf­ver­fah­ren gegen ihn.” Zu der Fra­ge, ob Isra­el auto­ri­tä­re Züge ent­wi­ckeln könn­te, sag­te Sa’ar: „Ich möch­te kei­ne Ver­glei­che mit ande­ren Län­dern anstel­len. Aber ich kann sagen, dass ich mir Sor­gen um die Zukunft der Demo­kra­tie in Isra­el mache.”

Foto: Israe­li­sche Fah­nen, über dts Nachrichtenagentur

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