Jedem drit­ten Voll­zeit­be­schäf­tig­ten droht Ren­te unter 1.200 Euro

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Rund acht Mil­lio­nen Beschäf­tig­te in Deutsch­land müs­sen damit rech­nen, dass sie trotz 45 Arbeits­jah­ren in Voll­zeit eine Net­to­ren­te von weni­ger als 1.200 Euro erhal­ten. Das ist gut jeder drit­te Voll­zeit­be­schäf­tig­te in Deutsch­land, wie aus einer Ant­wort des Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­ums auf eine Anfra­ge der Bun­des­tags­frak­ti­on der Lin­ken her­vor­geht, über die die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Sonn­tag­aus­ga­ben) berich­ten. Dem­nach müs­sen Beschäf­tig­te beim der­zei­ti­gen Ren­ten­ni­veau über 45 Jah­re min­des­tens 3.034 Euro im Monat vor Abzü­gen ver­die­nen, um auf eine gesetz­li­che Net­to­ren­te von 1.200 Euro zu kommen. 

Noch mehr Men­schen droht eine Net­to­ren­te von weni­ger als 1.200 Euro, wenn in dem Rechen­mo­dell 40 Berufs­jah­re in Voll­zeit zugrun­de gelegt wer­den: Von den gut 21,7 Mil­lio­nen Voll­zeit­be­schäf­tig­ten in Deutsch­land ver­die­nen knapp 10,3 Mil­lio­nen auf einem Niveau, dass sie nach vier Jahr­zehn­ten auf einer Voll­zeit­stel­le mit einer Net­to­ren­te von weni­ger als 1.200 Euro rech­nen müs­sen – das betrifft also fast jeden Zwei­ten. Um 1.200 Euro aus­ge­zahlt zu bekom­men, müss­ten sie durch­ge­hend 3.413 Euro brut­to monat­lich ver­die­nen. Ein „gewal­ti­ges Pro­blem” sieht Lin­ken-Frak­ti­ons­chef Diet­mar Bartsch dar­in. „Das Ver­hält­nis stimmt nicht. Das, was Arbeit­neh­mer ver­die­nen, ist viel­fach zu nied­rig und das, was sie als Rent­ner dafür bekom­men, ist zu wenig”, sag­te Bartsch den Fun­ke-Zei­tun­gen. „Die gesetz­li­che Ren­te sichert bei Mil­lio­nen nicht mehr den Lebens­stan­dard. Das muss sich ändern.” Gera­de ange­sichts der „galop­pie­ren­den Infla­ti­on” sei­en „deut­li­che Lohn­stei­ge­run­gen” und eine schritt­wei­se Anhe­bung des Ren­ten­ni­veaus auf 53 Pro­zent gebo­ten. Der Stich­tag für die Berech­nun­gen des Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­ums ist der 31. Dezem­ber 2021. Das Minis­te­ri­um weist in sei­ner Ant­wort an die Lin­ken-Frak­ti­on dar­auf hin, dass aus den Zah­len eines ein­zel­nen Jah­res „nicht auf eine Erwerbs­kar­rie­re und eben­so wenig auf die Ein­kom­mens­si­tua­ti­on im Alter” geschlos­sen wer­den kön­ne. So wird in der Berech­nung etwa nicht berück­sich­tigt, dass es im Ver­lauf eines Erwerbs­le­bens zu Lohn­er­hö­hun­gen kom­men kann. „Die tat­säch­li­che Höhe der Ren­ten­an­wart­schaft steht erst dann fest, wenn die Ver­si­che­rungs­bio­gra­fie voll­stän­dig abge­schlos­sen ist”, betont das Minis­te­ri­um daher.

Foto: Ren­ten­ver­si­che­rung, über dts Nachrichtenagentur

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