KfW warnt vor „Ära schrump­fen­den Wohlstandes”

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die staat­li­che För­der­bank KfW warnt mit unge­wohnt deut­li­chen Wor­ten vor einer wirt­schaft­li­chen Zei­ten­wen­de zum Nega­ti­ven in Deutsch­land. Das Fun­da­ment für wei­te­res Wohl­stands­wachs­tum brö­ckelt, heißt es in der Ana­ly­se, über die die FAZ vor­ab in ihrer Mon­tag­aus­ga­be berich­ten wird. Der Rück­gang des Fach­kräf­te­an­ge­bots sowie die schwa­che Pro­duk­ti­vi­täts­ent­wick­lung in den Unter­neh­men sehen die KfW-Fach­leu­te als Bedrohung. 

Wenn sich dar­an nicht ändert, trä­te Deutsch­land noch in die­sem Jahr­zehnt in eine „Ära anhal­tend sta­gnie­ren­den, womög­lich schlei­chend schrump­fen­den Wohl­stands” ein. „Zuneh­men­de Ver­tei­lungs­kon­flik­te und eine ver­stärk­te Nut­zungs­kon­kur­renz um knap­pe Res­sour­cen” sei­en zu erwar­ten. KfW-Chef­volks­wir­tin Frit­zi Köh­ler-Geib warnt vor einem Pro­blem his­to­ri­schen Aus­ma­ßes: „Die Kom­bi­na­ti­on von lang­fris­tig schrump­fen­dem inlän­di­schem Arbeits­kräf­te­an­ge­bot und schwa­cher Pro­duk­ti­vi­täts­ent­wick­lung stellt eine ein­zig­ar­ti­ge Her­aus­for­de­rung dar, die so in der Nach­kriegs­zeit für uns neu ist”, sag­te die Öko­no­min der FAZ. Die Fach­leu­te der För­der­bank sehen drei Rezep­te, um die Mise­re abzu­wen­den: ers­tens mehr Men­schen in Deutsch­land in Arbeit brin­gen, zwei­tens mehr Zuwan­de­rer ins Land locken und drit­tens die Arbeits­pro­duk­ti­vi­tät stei­gern. Kei­ne die­ser Stell­schrau­ben kön­ne das Pro­blem allei­ne lösen. Die Net­to­zu­wan­de­rung müss­te bei­spiels­wei­se von 330.000 Per­so­nen im Jahr 2021 auf 1,8 Mil­lio­nen Zuwan­de­rer im erwerbs­fä­hi­gen Alter je Jahr stei­gen, wenn allein die­ser Hebel genutzt wer­de, um die Lücke zu schlie­ßen. „Eine Net­to­zu­wan­de­rung in die­ser Grö­ßen­ord­nung erscheint unrea­lis­tisch”, heißt es in der Stu­die. Kon­kret macht sich die KfW für eine gan­ze Rei­he von Maß­nah­men stark. Um die Erwerbs­quo­te in Deutsch­land zu stei­gern, müss­ten vor allem die kul­tu­rel­len und finan­zi­el­len Hür­den für Frau­en abge­baut wer­den, die sie bis­lang dar­an hin­dern, mehr Stun­den berufs­tä­tig zu sein. „Eine Reform des Ehe­gat­ten­split­tings, die eine Arbeits­auf­nah­me für bei­de Ehe­part­ner finan­zi­ell attrak­tiv macht, wür­de die Fehl­an­rei­ze ver­rin­gern”, sag­te Chef­volks­wir­tin Köh­ler-Geib. Um mehr Zuwan­de­rer in den deut­schen Arbeits­markt zu inte­grie­ren ist es nach Ansicht der KfW unter ande­rem nötig, ihnen schnel­ler Deutsch­kur­se anzu­bie­ten, damit sie im Beruf rascher Fuß fas­sen kön­nen. Auch müs­se die Aner­ken­nung im Aus­land erwor­be­ner Abschlüs­se erleich­tert werden.

Foto: KFW, über dts Nachrichtenagentur

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