Koali­ti­on gegen Test­pflicht und Einreiseverbot

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – SPD, Grü­ne und FDP haben sich gegen For­de­run­gen aus der Uni­on aus­ge­spro­chen, wegen der Coro­na-Wel­le in Chi­na die Ein­rei­se­re­geln zu ver­schär­fen. „Es ist wich­tig, die Ent­wick­lun­gen der Infek­ti­ons­la­ge in Chi­na kri­tisch zu beob­ach­ten und gege­be­nen­falls zu reagie­ren. Die Ein­rei­se zu beschrän­ken oder gar Flug­ver­bo­te aus­zu­spre­chen, hal­te ich zum jet­zi­gen Zeit­punkt nicht für ange­zeigt”, sag­te Hei­ke Baeh­rens, gesund­heits­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Frak­ti­on, der „Welt” (Mon­tag­aus­ga­be).

„Aktu­ell gibt es laut Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um kei­ne Hin­wei­se dar­auf, Chi­na als Virus­va­ri­an­ten-Gebiet ein­zu­stu­fen.” Baeh­rens wand­te sich damit gegen For­de­run­gen des CDU-Poli­ti­kers Ste­phan Pil­sin­ger. Der Grü­nen-Gesund­heits­exper­te Janosch Dah­men stütz­te Baeh­rens‘ Posi­ti­on: „Die Idee, den Ein­trag des Coro­na­vi­rus bei einem Aus­bruch der Dimen­si­on, wie wir ihn zur­zeit in Chi­na sehen, durch Rei­se­be­schrän­kun­gen oder das Ein­stel­len von Direkt­flug­ver­bin­dun­gen nach Deutsch­land auf­hal­ten zu wol­len, ist unrea­lis­tisch.” Wem es um medi­zi­nisch wir­kungs­vol­len Schutz und nicht um Sym­bol­po­li­tik gehe, soll­te die Kon­zen­tra­ti­on vor allem auf einen sys­te­ma­ti­sche­ren Schutz durch ein­fa­che­re Instru­men­te len­ken. Dazu zähl­ten das Tra­gen von Mas­ken im Innen­raum, das Tes­ten vor Zusam­men­künf­ten mit Risi­ko­grup­pen und die ver­läss­li­che Umset­zung bewähr­ter Hygie­ne­kon­zep­te. „Neue, sehr viel gefähr­li­che­re Virus­va­ri­an­ten sind zwar eher unwahr­schein­lich, aber mög­lich.” Chris­ti­ne Aschen­berg-Dug­nus, Par­la­men­ta­ri­sche Geschäfts­füh­re­rin der FDP-Frak­ti­on, warn­te davor, Panik zu schü­ren. „Auch Herr Pil­sin­ger soll­te sich an der Wis­sen­schaft ori­en­tie­ren und nicht Panik ver­brei­ten”, sag­te sie. „Füh­ren­de Viro­lo­gen gehen davon aus, dass durch die Coro­na­vi­rus-Wel­le in Chi­na kein neu­es Virus ent­steht. Virus­va­ri­an­ten ent­ste­hen über­all auf der Welt, es gibt aber kei­nen Hin­weis auf eine gefähr­li­che Muta­ti­on.” Daher sei ein genau­es Beob­ach­ten die ange­mes­se­ne Reak­ti­on. „Wir befin­den uns in Deutsch­land in einer ende­mi­schen Pha­se, haben eine Basis­im­mu­ni­sie­rung von über 95 Pro­zent, es ste­hen effek­ti­ve Impf­stof­fe zur Ver­fü­gung. Daher gibt es kei­nen Grund mehr für staat­lich ver­ord­ne­te Schutz­maß­nah­men.” AfD-Frak­ti­ons­chefin Ali­ce Wei­del sprach sich dafür aus, die Situa­ti­on auf­merk­sam zu beob­ach­ten: „Nach allem, was wir wis­sen, sind die Coro­na-Muta­tio­nen aus Chi­na für ande­re Län­der wenig pro­ble­ma­tisch.” Die For­de­run­gen nach schär­fe­ren Ein­rei­se­be­schrän­kun­gen gegen Chi­na ent­larv­ten all die­je­ni­gen, die noch immer von einer Zero-Covid-Poli­tik träu­men. Sämt­li­che Grund­rechts­be­schrän­kun­gen der Bür­ger, inklu­si­ve jeg­li­cher Mas­ken­pflicht, müss­ten auf­ge­ho­ben wer­den. „Wir sind längst in einem ende­mi­schen Zustand angekommen.”

Foto: Air Chi­na, über dts Nachrichtenagentur

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