Kom­mu­na­le Arbeit­ge­ber leh­nen Ver­di-For­de­rung ab

Gel­sen­kir­chen (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Unmit­tel­bar vor Beginn der Tarif­run­de im öffent­li­chen Dienst weist die Prä­si­den­tin und Ver­hand­lungs­füh­re­rin der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Arbeit­ge­ber­ver­bän­de VKA, Karin Wel­ge (SPD), die Gewerk­schafts­for­de­rung von 10,5 Pro­zent Gehalts­er­hö­hung und min­des­tens 500 Euro pro Beschäf­tig­ten ent­schie­den zurück. „Das kön­nen wir so nicht leis­ten und vie­le ande­re Kom­mu­nen auch nicht”, sag­te Wel­ge, die zugleich Ober­bür­ger­meis­te­rin von Gel­sen­kir­chen ist, dem „Spie­gel”. Die Kom­mu­nen sei­en von der Infla­ti­on und den der­zeit hohen Ener­gie­prei­sen genau­so betrof­fen wie ihre Beschäftigten. 

Sie hält die For­de­rung in die­ser Gesamt­hö­he daher für unan­ge­mes­sen. „Wir haben die unglück­li­che Situa­ti­on, dass durch die vie­len not­wen­di­gen finan­zi­el­len Hilfs­maß­nah­men des Staa­tes seit der Coro­na­kri­se der Ein­druck ent­stan­den ist, Geld sei heu­te und auch mor­gen unend­lich ver­füg­bar. Ich bin aus­drück­lich nicht die­ser Auf­fas­sung”, sag­te die VKA-Prä­si­den­tin. Sie bezeich­ne­te sich als „aus­ge­mach­te Freun­din eines gesun­den Gewerk­schafts­lob­by­is­mus”, die Tarif­au­to­no­mie habe sich bewährt. Aber nun gehe es um gemein­sa­me Ver­ant­wor­tung. „Wenn wir in den Abschlüs­sen über­zeich­nen, wer­den wir weni­ger der not­wen­di­gen Inves­ti­tio­nen in die Zukunft leis­ten kön­nen”, sag­te Wel­ge. Sie hof­fe den­noch, bis Ende März zu einer Eini­gung zu kom­men: „In Zei­ten des Krie­ges in Euro­pa soll­ten wir bei aller not­wen­di­gen Aus­ein­an­der­set­zung von der ritua­li­sier­ten Dra­ma­tur­gie sol­cher Run­den Abstand neh­men.” Am 24. Janu­ar fin­det in Pots­dam die ers­te Ver­hand­lungs­run­de für die 2,5 Mil­lio­nen Beschäf­tig­ten bei Bund und Kom­mu­nen statt.

Foto: Ver­di, über dts Nachrichtenagentur

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