Kom­mu­nen rech­nen mit Cha­os beim neu­en Wohngeld

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Deutsch­lands Kom­mu­nen rech­nen mit einem Fehl­start beim neu­en „Wohn­geld plus”. Das schreibt die „Bild” in ihrer Diens­tag­aus­ga­be unter Beru­fung auf eine eige­ne Umfra­ge unter Kom­mu­nen im gan­zen Bun­des­ge­biet. Das größ­te Pro­blem sei dem­nach Per­so­nal­man­gel in den Wohn­geld­stel­len und ein zu spät ver­ab­schie­de­tes Bundesgesetz. 

Alle Kom­mu­nen rech­nen dem­nach min­des­tens mit einer Ver­drei­fa­chung bei den Wohn­geld-Bezie­hern. Ande­re mit noch mehr, da schon heu­te Bür­ger einen Miet­zu­schuss bekom­men könn­ten, bis­her aber kei­nen Antrag gestellt haben. Wegen der mas­si­ven Pro­ble­me rech­net die Bun­des­agen­tur für Arbeit laut „Bild” mit einem Ansturm Zuschuss­be­dürf­ti­ger auf die Job­cen­ter. Statt des Wohn­gel­des könn­ten Auf­sto­cker-Leis­tun­gen über das Bür­ger­geld bean­tragt wer­den. Das gin­ge vie­ler­orts deut­lich schnel­ler als über die kom­mu­na­len Wohn­geld­stel­le. Die Bun­des­agen­tur mah­ne intern wegen des gleich­zei­tig neu gestal­te­ten Bür­ger­gel­des, das Hartz IV ablöst, für fünf Mil­lio­nen Bestands­kun­den und der Bera­tung für mehr als 600.000 Kriegs­ver­trie­be­ne aus der Ukrai­ne vor Über­las­tung. Beson­ders groß sind laut „Bild” die Pro­ble­me in Bay­erns Lan­des­haupt­stadt Mün­chen. Schon heu­te lie­ge die Bear­bei­tungs­zeit für einen Wohn­geld­an­trag bei bis zu 12 Mona­ten. Künf­tig müss­ten Bür­ger län­ger als ein Jahr war­ten müs­sen. Sach­sen-Anhalts Lan­des­haupt­stadt Mag­de­burg rech­net nach Anga­ben eines Stadt­spre­chers damit, „dass weit­aus mehr Haus­hal­te vom Antrags­recht auf Wohn­geld Gebrauch machen als bei frü­he­ren Wohn­geld­re­for­men”. Der Sozi­al­de­zer­nent der hes­si­schen Lan­des­haupt­stadt Wies­ba­den, Chris­toph Man Jura (SPD), sag­te der „Bild”: „Wir wer­den sicher­lich als Kom­mu­ne für so man­che Ent­täu­schung sor­gen müs­sen.” In Wies­ba­den sind die zusätz­li­chen Stel­len für die Wohn­geld­be­ar­bei­tung noch nicht alle besetzt. Die Groß­re­gi­on Saar­land mel­de­te eben­falls Pro­ble­me: „Es wird unver­meid­lich zu Ver­zö­ge­run­gen kom­men.” Die Stadt Saar­brü­cken sieht sich als eine der weni­gen Städ­te gut gewapp­net und kann Beschei­de spä­tes­tens nach drei Mona­ten ertei­len. Stutt­gart will das sogar inner­halb von zwei Mona­ten schaf­fen. Auf lan­ge Bear­bei­tungs­zei­ten müss­ten sich Antrags­stel­ler unter ande­rem auch in Mann­heim (Baden-Würt­tem­berg), Frankfurt/Main und der Rhein-Main-Regi­on (bei­de Hes­sen), Bre­men („Ver­zö­ge­run­gen unaus­weich­lich”) und Ham­burg (schuf 100 neue Stel­len) ein­stel­len. Die säch­si­sche Metro­po­le Leip­zig geht laut „Bild” davon aus, dass die bis­he­ri­ge Bear­bei­tungs­zeit von 80 Tagen für einen Wohn­geld­an­trag nicht mehr zu hal­ten sein wird.

Foto: Rat­haus, über dts Nachrichtenagentur

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