Lau­ter­bach-Vor­stoß für Neu­re­ge­lung der Organ­spen­de stößt auf Kritik

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Pati­en­ten­schüt­zer haben den Vor­stoß von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach (SPD) scharf kri­ti­siert, ange­sichts gesun­ke­ner Organ­spen­de­zah­len einen neu­en Anlauf für grund­le­gend neue Spen­de­re­geln zu star­ten. „Karl Lau­ter­bach lenkt von sei­nem eige­nen Ver­sa­gen ab”, sag­te der Vor­stand der Stif­tung Pati­en­ten­schutz, Eugen Brysch, dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” (Diens­tags­aus­ga­ben). „Denn nicht das Gesetz zur Stär­kung der Ent­schei­dungs­be­reit­schaft bei der Organ­spen­de ist geschei­tert, son­dern die Umset­zung durch den Bundesgesundheitsminister.” 

Seit Jah­ren kämen weder der Auf­bau eines Trans­plan­ta­ti­ons­re­gis­ters noch die Infor­ma­ti­ons­pflicht bei den Bür­ger­äm­tern vor­an. „Statt­des­sen will der Gesund­heits-Res­sort­chef die von ihm favo­ri­sier­te Wider­spruchs­lö­sung erzwin­gen”, so Brysch. Doch damit sei­en er und sein Vor­gän­ger Jens Spahn (CDU) bereits in der ver­gan­ge­nen Wahl­pe­ri­ode geschei­tert. „Der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter muss jetzt ver­bind­lich erklä­ren, wann das Trans­plan­ta­ti­ons­re­gis­ter ans Netz geht”, for­der­te der Ver­bands­chef. Zuvor war bekannt gewor­den, dass die Zahl der Organ­spen­den im ver­gan­ge­nen Jahr deut­lich gesun­ken ist. Wie die Deut­sche Stif­tung Organ­trans­plan­ta­ti­on (DSO) am Mon­tag mit­teil­te, gab es 6,9 Pro­zent weni­ger Spen­den als 2021. Lau­ter­bach erklär­te danach: „Das gel­ten­de Gesetz ist geschei­tert.” Vie­le Men­schen sei­en zwar zur Organ­spen­de bereit, doku­men­tier­ten das aber nicht. „Des­we­gen soll­te der Bun­des­tag einen erneu­ten Anlauf neh­men, über die Wider­spruchs­lö­sung abzu­stim­men. Das sind wir den­je­ni­gen schul­dig, die ver­geb­lich auf Organ­spen­den war­ten”, sag­te der SPD-Politiker.

Foto: Organ­spen­de­aus­weis, über dts Nachrichtenagentur

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