Lau­ter­bach will Homo­se­xu­el­len Blut­spen­de erlauben

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach (SPD) will sich dafür ein­set­zen, dass homo­se­xu­el­le Män­ner Blut spen­den dür­fen. Das geht aus einem Ände­rungs­an­trag zum Trans­fu­si­ons­ge­setz her­vor, über den die Zei­tun­gen des „Redak­ti­ons­netz­werks Deutsch­land” berich­ten. „Die sexu­el­le Ori­en­tie­rung und die Geschlechts­iden­ti­tät dür­fen kei­ne Aus­schluss- oder Rück­stel­lungs­kri­te­ri­en sein”, heißt es darin. 

Mit der geplan­ten Geset­zes­än­de­rung wird die Bun­des­ärz­te­kam­mer ver­pflich­tet, ihre Blut­spen­de-Richt­li­ni­en inner­halb von vier Mona­ten ent­spre­chend anzu­pas­sen. „Ob jemand Blut­spen­der wer­den kann, ist eine Fra­ge von Risi­ko­ver­hal­ten, nicht von sexu­el­ler Ori­en­tie­rung. Ver­steck­te Dis­kri­mi­nie­rung darf es auch bei die­sem The­ma nicht geben”, sag­te Lau­ter­bach dem RND. „Die Bun­des­ärz­te­kam­mer muss end­lich nach­voll­zie­hen, was im gesell­schaft­li­chen Leben längst Kon­sens ist”, sag­te der SPD-Poli­ti­ker. Nach der maß­geb­li­chen Richt­li­nie der Bun­des­ärz­te­kam­mer dür­fen Män­ner, die Sex mit Män­nern haben, nur dann Blut spen­den, wenn sie in den zurück­lie­gen­den vier Mona­ten kei­nen Sexu­al­ver­kehr mit „einem neu­en oder mehr als einem Sexu­al­part­ner” hat­ten. Bei allen ande­ren Per­so­nen besteht die vier­mo­na­ti­ge Sper­re dage­gen nur bei „häu­fig wech­seln­den” Part­nern. Die Richt­li­nie war zuletzt 2021 zwar leicht ent­schärft wor­den, die Deut­sche Aids­hil­fe und ande­re Ver­bän­de spra­chen aber wei­ter­hin von einer Dis­kri­mi­nie­rung von Schwu­len. Im Koali­ti­ons­ver­trag einig­ten sich die Ampel-Par­tei­en schließ­lich dar­auf, für eine Gleich­be­hand­lung zu sor­gen. Nach dem Ent­wurf des Ände­rungs­an­trags wird nun­mehr vor­ge­schrie­ben, dass das sexu­el­le Risi­ko, das zu einem Aus­schluss oder einer Rück­stel­lung von der Spen­de führt, nur auf „Grund­la­ge des indi­vi­du­el­len Ver­hal­tens der spen­de­wil­li­gen Per­son” ermit­telt wer­den darf. „Grup­pen­be­zo­ge­ne Aus­schluss- oder Rück­stel­lungs­tat­be­stän­de sind inso­weit nicht mehr zuläs­sig”, heißt es in der Begrün­dung. Zudem dürf­ten die sexu­el­le Ori­en­tie­rung und die Geschlechts­iden­ti­tät spen­de­wil­li­ger Per­so­nen als sol­che kei­ne Aus­schluss- oder Rück­stel­lungs­kri­te­ri­en sein. Die Bun­des­ärz­te­kam­mer hat nach dem für den 1. April geplan­ten Inkraft­tre­ten der Geset­zes­än­de­rung vier Mona­te Zeit, im Ein­ver­neh­men mit dem staat­li­chen Paul-Ehr­lich-Insti­tut eine neue, dis­kri­mi­nie­rungs­freie Richt­li­nie aus­zu­ar­bei­ten. Reißt die Ärz­te­kam­mer die­se Frist, wird ihr die Auf­ga­be ent­zo­gen. Die Richt­li­nie soll dann vom Paul-Ehr­lich-Insti­tut im Ein­ver­neh­men mit dem Robert-Koch-Insti­tut (RKI) geän­dert werden.

Foto: Bereit­ge­leg­te Ampul­len, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.