Leh­rer­ver­bän­de wol­len Pro­gramm gegen Coro­na-Lern­lü­cken fortsetzen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Nach dem Aus­lau­fen des Akti­ons­pro­gramms „Auf­ho­len nach Coro­na” haben Leh­rer­ver­bän­de und Gewerk­schaf­ten den Bund zu einer Ver­län­ge­rung der Schü­ler-Hil­fen auf­ge­ru­fen. Das Ende des Pro­gramms kom­me ver­früht, sag­te der Prä­si­dent des Deut­schen Leh­rer­ver­bands, Heinz-Peter Mei­din­ger, dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land”. Dort, wo die Hil­fe am drin­gends­ten gebraucht wur­de, sei sie nie angekommen. 

„Wir befin­den uns auf einer lan­gen Stre­cke. Jetzt bei der Hälf­te auf­zu­ge­ben, das ist das fal­sche Signal.” Mei­din­ger monier­te, dass das Bun­des­pro­gramm die Schü­ler nicht erreicht habe, die es am ehes­ten gebraucht hät­ten. Das habe unter ande­rem dar­an gele­gen, dass die Teil­nah­me stets frei­wil­lig war: „So errei­chen wir nur die Kin­der von Eltern, die sowie­so schon sehr bemüht waren, Bil­dungs­lü­cken auf­zu­ho­len”, so der Leh­rer­prä­si­dent. Die­sen Ein­druck hat auch Mai­ke Fin­nern, Vor­sit­zen­de der Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW). „Das soge­nann­te Auf­hol­pro­gramm nach Coro­na von Bund und Län­dern ist nicht dort ange­kom­men, wo es am meis­ten benö­tigt wird, näm­lich bei den benach­tei­lig­ten Kin­dern und Jugend­li­chen.” Zudem sei­en fal­sche Schwer­punk­te gesetzt wor­den: „Kurz­fris­ti­ge Unter­stüt­zungs­pro­gram­me oder För­de­rung von Nach­hil­fe­in­sti­tu­ten brin­gen nichts.” Man brau­che geziel­te För­de­run­gen für Schu­len in schwie­ri­ger Lage, ver­bes­ser­te Arbeits­be­din­gun­gen für Leh­rer und mehr Schul­so­zi­al­ar­beit, so die GEW-Che­fin: „Wir sind weit davon ent­fernt, die Lücken zu schlie­ßen.” Der Bund hat­te das Akti­ons­pro­gramm „Auf­ho­len nach Coro­na” zunächst 2021 beschlos­sen, spä­ter ver­län­gert und damit etwa Lern­camps für Kin­der und Jugend­li­che mit meh­re­ren Mil­li­ar­den Euro finan­ziert. Einen abschlie­ßen­den Bericht zu dem Pro­gramm will das Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um zum 31. März vorlegen.

Foto: Klas­sen­raum in einer Schu­le, über dts Nachrichtenagentur

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