Lind­ner sieht Koali­ti­ons­frie­den wegen Leo­par­den nicht in Gefahr

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter und FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner sieht den Koali­ti­ons­frie­den wegen des Streits um Olaf Scholz‘ abwar­ten­de Hal­tung bei den Leo­pard-Lie­fe­run­gen nicht in Gefahr. Die Kri­tik am Kanz­ler, die unter ande­rem von der Vor­sit­zen­den im Ver­tei­di­gungs­aus­schuss Agnes Strack-Zim­mer­mann, eben­falls FDP, aus­ging, gehö­re zu einer „leben­di­gen Demo­kra­tie”. Dem TV-Sen­der „Welt” sag­te Lind­ner: „Es ist eine gute, sta­bi­le Zusammenarbeit.” 

Dass frei gewähl­te Par­la­men­ta­ri­er auch ihre eige­ne Posi­ti­on, ihre eige­nen Abwä­gun­gen öffent­lich mach­ten, das gehö­re zu einer leben­di­gen Demo­kra­tie. „Ich jeden­falls betrach­te es – wenn ich ein­mal als Par­tei­vor­sit­zen­der spre­chen darf – ich betrach­te es als ein Pri­vi­leg, dass ich Abge­ord­ne­te in den Rei­hen unse­rer Frak­ti­on weiß, die ein eige­nes Urteils­ver­mö­gen haben und die auch mit Argu­men­ten an die Öffent­lich­keit tre­ten. Und des­halb sehe ich als Par­tei­vor­sit­zen­der auch mei­ne Rol­le dar­in, die­sen inter­nen Dis­kurs in Par­tei­en und Frak­tio­nen auf­recht­zu­er­hal­ten. Es sind leben­di­ge Orga­ni­sa­tio­nen, und gera­de bei uns Libe­ra­len ist ja Mei­nungs­frei­heit und Indi­vi­dua­li­tät groß­ge­schrie­ben.” Die­se Streit­kul­tur sei aller­dings nur im Par­la­ment begrü­ßens­wert, in der Regie­rung selbst müs­se man an einem Strang zie­hen, sag­te Lind­ner. „Als Mit­glied des Bun­des­ka­bi­netts – da gel­ten ande­re Regeln. Da haben wir ein­heit­li­che Regeln, wie wir zu Ent­schei­dun­gen kom­men – und denen fol­gen wir.” Er habe auch nicht das Gefühl, dass Bun­des­kanz­ler Scholz oder die Ampel-Koali­ti­on in Sachen Leo­pard-Lie­fe­rung etwas ver­schleppt, so Lind­ner. „Deutsch­land zögert kei­ne Ent­schei­dun­gen her­aus, son­dern berät inten­siv mit unse­ren Part­nern und Ver­bün­de­ten über das, was not­wen­dig ist. Poli­ti­sche Leit­li­nie ist: Deutsch­land darf kei­ne Kriegs­par­tei wer­den. Unse­re Fähig­keit zur Lan­des- und Bünd­nis­ver­tei­di­gung darf nicht ein­ge­schränkt wer­den, und wir müs­sen die Durch­hal­te­fä­hig­keit der Ukrai­ne stär­ken. Die Ukrai­ne muss mehr Durch­hal­te­fä­hig­keit in die­sem schreck­li­chen Krieg haben, als Putin in der Lage ist, die­sen bös­ar­ti­gen Krieg zu führen.”

Foto: Olaf Scholz und Chris­ti­an Lind­ner, über dts Nachrichtenagentur

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