LNG-Ter­mi­nal­be­trei­ber hält Kos­ten für überschaubar

Wil­helms­ha­ven (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Ree­der der ers­ten drei schwim­men­den LNG-Ter­mi­nal­schif­fe für Deutsch­land hält die Kos­ten sei­ner Anla­gen für über­schau­bar. „Bei den jet­zi­gen Gas­prei­sen beträgt der Kos­ten­an­teil der FSRU etwa zwei Pro­zent”, sag­te der Nor­we­ger Mor­ten Höegh dem „Spie­gel”. Dies ent­sprä­che bei einem Ter­mi­nal wie Wil­helms­ha­ven hoch­ge­rech­net rund 185 Mil­lio­nen Euro pro Jahr, schreibt das Magazin. 

Am Sams­tag soll das ers­te LNG-Ter­mi­nal in Wil­helms­ha­ven eröff­net wer­den. In den Floa­ting Sto­rage and Rega­si­fi­ca­ti­on Units (FSRU) wird das tief­ge­kühl­te Flüs­sig­erd­gas erwärmt und wie­der in sei­nen gas­för­mi­gen Zustand gebracht. Höeghs Unter­neh­men Höegh LNG stellt alle drei Schif­fe für die ers­ten deut­schen LNG-Ter­mi­nals in Wil­helms­ha­ven, Bruns­büt­tel und Lub­min bereit: die „Höegh Espe­ran­za”, die „Höegh Gan­net” und die „Nep­tu­ne”. Auch das Per­so­nal für den täg­li­chen Betrieb die­ser drei FSRUs wird von Höegh LNG kom­men. Aller­dings sol­len nach Unter­neh­mens­an­ga­ben weder rus­si­sche noch ukrai­ni­sche Staats­bür­ger zu den jeweils 35- bis 40-köp­fi­gen Crews gehö­ren. Laut Höegh sind schwim­men­de Ter­mi­nals für Staa­ten wie Deutsch­land kurz­fris­tig alter­na­tiv­los. „Bis ein sta­tio­nä­res Ter­mi­nal fer­tig ist, kön­nen drei bis vier Jah­re ver­ge­hen. Ein schwim­men­des Ter­mi­nal lässt sich viel schnel­ler bereit­stel­len”, sag­te der Ree­der dem „Spie­gel”. „Und es ist auch fle­xi­bler. Wenn es an einem Ort nicht mehr gebraucht wird, kann es woan­ders ein­ge­setzt wer­den.” Die Idee, sei­ne schwim­men­den Ter­mi­nal­schif­fe nach Deutsch­land zu ver­char­tern, kam Höegh nach eige­nen Anga­ben Ende Febru­ar in sei­nem pri­va­ten Fit­ness­stu­dio. Damals sah er beim Work­out die Rede von Olaf Scholz, in wel­cher der Bun­des­kanz­ler erklär­te, Deutsch­land habe ent­schie­den, schnell zwei Flüs­sig­gas-Ter­mi­nals zu bau­en. Dar­auf­hin wies der Ree­der sei­ne Mit­ar­bei­ter an, die Ener­gie­kon­zer­ne Uni­per und RWE zu kon­tak­tie­ren. Kei­ne drei Wochen spä­ter tra­fen Höegh und Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Robert Habeck in Oslo auf­ein­an­der. Nur weni­ge Tage spä­ter sei der Deal für das ers­te Schiff in Grund­zü­gen ver­ein­bart wor­den, sag­te der Nor­we­ger. Eine Spre­che­rin des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums sag­te dazu, man gebe zu nicht öffent­li­chen Gesprä­chen kei­ne Aus­kunft, bestä­tig­te aber das Tref­fen in Oslo.

Foto: Gas­lei­tung, über dts Nachrichtenagentur

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