Lob und Kri­tik für Weiterbildungsgesetz

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Plä­ne zum Aus­bau der Wei­ter­bil­dung in Deutsch­land sind auf ein geteil­tes Echo gesto­ßen. Das berich­ten die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe. Dem­nach begrüßt zum Bei­spiel der Mit­tel­stands­ver­band BVMW die Plä­ne, befürch­tet aber Pro­ble­me bei der prak­ti­schen Umsetzung. 

„Die mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men pro­fi­tie­ren gera­de ange­sichts des aku­ten Fach­kräf­te­man­gels von der Wei­ter­bil­dung ihrer Beschäf­tig­ten”, sag­te BVMW-Chef Mar­kus Jer­ger den Fun­ke-Zei­tun­gen. „Ein Gesetz, das eine Wei­ter­bil­dungs-Aus­zeit bis zu einem Jahr ermög­licht, geht aber völ­lig an der betrieb­li­chen Rea­li­tät vor­bei.” Solan­ge nicht die Finan­zie­rung, der Ersatz für den aus­fal­len­den Mit­ar­bei­ter und die Fra­ge der Rück­kehr an den Arbeits­platz geklärt sei­en, sei ein sol­ches Gesetz mit dem Mit­tel­stand nicht zu machen. Zu über­le­gen wäre, ob in Abstim­mung mit dem Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­ri­um eine sol­che Bil­dungs­zeit nicht im Rah­men einer dua­len Bil­dung ange­bo­ten wer­den könn­te, sag­te Jer­ger. „Des­halb sage ich ganz deut­lich: Hier muss Gründ­lich­keit vor Schnel­lig­keit gehen.” Die Gewerk­schaft Ver­di sieht die Plä­ne deut­lich posi­ti­ver. „Aus- und Wei­ter­bil­dung hel­fen dabei, dem Fach­kräf­te­man­gel abzu­hel­fen”, sag­te der Ver­di-Vor­sit­zen­de Frank Wer­ne­ke den Fun­ke-Zei­tun­gen. „Es kommt dar­auf an, dass die Unter­neh­men die Mög­lich­kei­ten ergrei­fen und in ihre Beschäf­tig­ten inves­tie­ren.” Das Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um hat­te im Ent­wurf für das neue Wei­ter­bil­dungs­ge­setz unter ande­rem vor­ge­schla­gen, Beschäf­tig­te wäh­rend einer Wei­ter­bil­dung zwei bis zwölf Mona­te lang finan­zi­ell zu unterstützen.

Foto: Red­ner­pult im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les, über dts Nachrichtenagentur

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