Markt­an­teil von Online­han­del sinkt erstmals

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Trotz des Weih­nachts­ge­schäfts wird der Umsatz­an­teil des Online­han­dels am gesam­ten Ein­zel­han­del in Deutsch­land nach einer neu­en Pro­gno­se des Insti­tuts der deut­schen Wirt­schaft (IW) im lau­fen­den Jahr erst­mals merk­lich sin­ken. Das geht aus einer noch unver­öf­fent­lich­ten Stu­die her­vor, über die die „Rhei­ni­sche Post” in ihrer Sams­tag­aus­ga­be berich­tet. Dem­nach wer­den die Umsät­ze im gesam­ten Ein­zel­han­del im Jahr 2022 gegen­über dem Vor­jahr um rund 50 Mil­li­ar­den Euro auf etwa 713 Mil­li­ar­den Euro steigen. 

Der Online­han­del wer­de dar­an jedoch kei­nen Anteil haben, da er 2022 trotz des Weih­nachts­ge­schäfts am Jah­res­en­de sogar Umsatz ver­lie­ren wer­de, heißt es in der Pro­gno­se. „Ent­spre­chend ist der Anteil des Online­han­dels am gesam­ten Ein­zel­han­del 2022 deut­lich um rund 1,7 Pro­zent­punk­te auf 15,7 Pro­zent gesun­ken. Dies ent­spricht unge­fähr dem Wert, den der Online­han­del ohne Coro­na gehabt hät­te”, schreibt IW-Autor Chris­ti­an Rusche. Im Online­han­del wer­den nach sei­ner Pro­gno­se 2022 rund drei Mil­li­ar­den Euro weni­ger umge­setzt als 2021. Begrün­det wird der Rück­gang des Online-Anteils mit den Locke­run­gen der Coro­na-Maß­nah­men im lau­fen­den Jahr: Offen­bar nut­zen wie­der mehr Men­schen die Mög­lich­keit, in den Läden vor Ort ein­zu­kau­fen. Wegen der Lock­downs, der Mas­ken­pflicht und grö­ße­rer Vor­sicht der Ver­brau­cher hat­te der Online­han­del 2020 und 2021 stark pro­fi­tiert: Sein Anteil am gesam­ten Ein­zel­han­del sprang von 13,3 Pro­zent im Jahr 2019 auf 16,0 Pro­zent 2020 in die Höhe. Auch 2021 konn­te er um wei­te­re 1,4 Pro­zent­punk­te auf 17,4 Pro­zent oder 115 Mil­li­ar­den Euro Umsatz zule­gen, so die Stu­die. 2022 setz­te sich die­se Ent­wick­lung wegen der Locke­run­gen jedoch nicht fort. Eine wei­te­re Ursa­che sei­en aber auch die Preis­stei­ge­run­gen für Lebens­mit­tel und Ener­gie: Wenn die Prei­se stei­gen, stei­gen auch die Umsät­ze, selbst wenn tat­säch­lich nicht mehr ein­ge­kauft wird. Und vor allem Kraft­stof­fe wer­den kaum online gekauft. Das IW wagt auch eine spe­zi­el­le Pro­gno­se nur für das Weih­nachts­ge­schäft in die­sem Jahr: „Dem­nach dürf­ten im Weih­nachts­ge­schäft 2022 rund 134,1 Mil­li­ar­den Euro umge­setzt wer­den. Auf den Online­han­del dürf­ten geschätzt rund 23,5 Mil­li­ar­den Euro ent­fal­len. Dies ent­spricht einem Anteil von cir­ca 17,5 Pro­zent”, heißt es in der Stu­die. Zu Weih­nach­ten wer­de online zwar leicht mehr Umsatz erzielt, den­noch gehe die Bedeu­tung für den gesam­ten Ein­zel­han­del zurück. Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt hat zwar bis­lang nur Umsatz­da­ten für den Ein­zel­han­del bis Okto­ber ver­öf­fent­licht, das IW hat jedoch für sei­ne Pro­gno­se die Umsät­ze für Novem­ber und Dezem­ber basie­rend auf aktu­el­len Schät­zun­gen des Haupt­ver­ban­des des Deut­schen Ein­zel­han­dels (HDE) zur Ent­wick­lung der Umsät­ze in den letz­ten Mona­ten des Jah­res fortgeschrieben.

Foto: Pär­chen am Com­pu­ter, über dts Nachrichtenagentur

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