Mehr­heit hat Grund­steu­er­erklä­rung noch immer nicht abgegeben 

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Gut einem Monat vor dem bereits ver­scho­be­nen Fris­ten­de hat noch immer ein Groß­teil der Immo­bi­li­en­ei­gen­tü­mer in Deutsch­land kei­ne Grund­steu­er­erklä­rung ein­ge­reicht. Bis zum 22. Dezem­ber betrug die Quo­te der ein­ge­gan­ge­nen Erklä­run­gen bun­des­weit 46 Pro­zent, teil­te das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um mit, wie das „Han­dels­blatt” berich­tet. Rund 41,5 Pro­zent wur­den dem­nach elek­tro­nisch über das Steu­er­por­tal Els­ter über­mit­telt, 4,7 Pro­zent gin­gen auf einem Papier­vor­druck ein. 

Wegen der schlep­pen­den Abga­be hat­te das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um die Abga­be­frist für die Grund­steu­er­erklä­rung bereits um drei Mona­te ver­län­gert, statt bis zum 31. Okto­ber 2022 haben Steu­er­zah­ler nun bis zum 31. Janu­ar 2023 Zeit. „Um den vom Ver­fas­sungs­ge­richt vor­ge­ge­be­nen Zeit­plan zu hal­ten, müs­sen die noch aus­ste­hen­den Grund­steu­er­erklä­run­gen so bald wie mög­lich kom­men”, sag­te der Chef der Steu­er­ge­werk­schaft, Flo­ri­an Köb­ler, dem „Han­dels­blatt”. Doch auch wenn die Beschei­de ein­ge­gan­gen sind, sieht der Steu­er­ex­per­te wei­te­re gra­vie­ren­de Pro­ble­me: „Das Bun­des­mo­dell, aber auch län­der­spe­zi­fi­sche Grund­steu­er­mo­del­le wie etwa in Bay­ern ste­hen ver­fas­sungs­recht­lich auf töner­nen Füßen”, sag­te Köb­ler. „Die Poli­tik muss drin­gend reagie­ren und die Beschei­de hin­sicht­lich ver­fas­sungs­recht­li­cher Fra­gen vor­läu­fig stel­len, um einen Ein­spruchs-Tsu­na­mi zu ver­hin­dern.” Durch die im Jahr 2019 beschlos­se­ne Grund­steu­er­re­form grei­fen ab 2025 neue Metho­den für die Berech­nung der Grund­steu­er, fast 36 Mil­lio­nen Grund­stü­cke müs­sen neu bewer­tet wer­den. Die lan­ge Vor­lauf­zeit bis zum Inkraft­tre­ten der Reform ist nötig, da die Finanz­äm­ter die Steu­er­be­schei­de zunächst aus­stel­len und Städ­te und Gemein­den dann gege­be­nen­falls die kom­mu­na­len Steu­er-Hebe­sät­ze für die Grund­steu­er anpas­sen müs­sen. Zwar droht ein­zel­nen Haus­ei­gen­tü­mern eine höhe­re Grund­steu­er, ins­ge­samt soll die Reform jedoch auf­kom­mens­neu­tral sein. Im Vor­jahr spiel­te die Grund­steu­er 14,6 Mil­li­ar­den Euro in die Kas­sen der Kom­mu­nen. Grund­stücks- und Haus­ei­gen­tü­mer müs­sen für die Neu­be­rech­nung Anga­ben zu ihrem Grund­stück an das Finanz­amt über­mit­teln, wobei das gan­ze Ver­fah­ren viel­fach für Kopf­schüt­teln sorgt: Einer­seits sind vie­le Anga­ben den Behör­den schon längst bekannt, ande­rer­seits gel­ten die Fra­ge­bö­gen als schwer ver­ständ­lich und teils irreführend.

Foto: Woh­nun­gen, über dts Nachrichtenagentur

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