Mehr­heit will mit 63 Jah­ren oder frü­her in Rente

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Mehr­heit der Bür­ger in Deutsch­land wünscht sich per­sön­lich eine mög­lichst frü­he Ren­te. In einer INSA-Umfra­ge für die „Bild am Sonn­tag” gaben 62 Pro­zent der Befrag­ten an, mit 63 Jah­ren oder noch frü­her in Ren­te gehen zu wol­len. Nur acht Pro­zent wol­len bis 67 Jah­re oder dar­über hin­aus arbeiten. 

Bei der gesetz­li­chen Alters­gren­ze sind die Befrag­ten gespal­ten: 44 Pro­zent fin­den die Gren­ze von 67 Jah­ren grund­sätz­lich rich­tig. 41 Pro­zent spre­chen sich für eine Absen­kung des Ren­ten­ein­tritts­al­ters aus. Arbeit­ge­ber­prä­si­dent Rai­ner Dul­ger bekräf­tig­te sei­ne For­de­rung nach einer Abschaf­fung der Ren­te mit 63: „Wir haben rie­si­ge Pro­ble­me wegen des Fach­kräf­te­man­gels. Da kön­nen wir es uns nicht leis­ten, dass jedes Jahr Hun­dert­tau­sen­de vor­zei­tig abschlags­frei in Ren­te gehen.” Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Huber­tus Heil (SPD) mahn­te die Unter­neh­men unter­des­sen, älte­re Arbeit­neh­mer zu beschäf­ti­gen. Damit sol­len die Fir­men dafür sor­gen, dass mehr Men­schen bis zum regu­lä­ren Ren­ten­ein­tritts­al­ter arbei­ten und der Fach­kräf­te­man­gel gemil­dert wird. „Der Fach­kräf­te­man­gel droht zur Wachs­tums­brem­se zu wer­den”, sag­te er der „Bild am Sonn­tag”. Dass vie­le Unter­neh­men Men­schen über 60 nicht mehr ein­stell­ten, sei eine Hal­tung, die man sich des­halb nicht mehr leis­ten kön­ne. Es gel­te in den Fir­men für alters­ge­rech­te Arbeits­plät­ze und Qua­li­fi­zie­rung zu sor­gen. „Nur so kann sicher­ge­stellt wer­den, dass die Arbeit wirk­lich bis zum Ren­ten­ein­tritt erle­digt wer­den kann”, so Heil. Eine Anhe­bung der Alters­gren­ze lehn­te der Minis­ter hin­ge­gen ab: „Nicht das gesetz­li­che Ren­ten­ein­tritts­al­ter muss stei­gen, son­dern das tat­säch­li­che.” Erfah­re­ne Arbeit­neh­mer dürf­ten nicht „aufs Abstell­gleis gescho­ben wer­den”. Älte­re Mit­ar­bei­ter ver­füg­ten über die wich­ti­gen Kom­pe­ten­zen Erfah­rung und Fach­wis­sen. „Das ist an vie­len Stel­len mehr wert als die oft gefor­der­te Schnel­lig­keit. Gründ­li­ches Arbei­ten führt zu weni­ger Feh­lern”, so Heil. Der SPD-Poli­ti­ker will, dass dies mehr Arbeit­ge­ber erken­nen und Älte­ren eine Chan­ce auf dem Arbeits­markt geben. Auch die IG Metall steht einer Stei­ge­rung des tat­säch­li­chen Ren­ten­ein­tritts­al­ters posi­tiv gegen­über. Vor­stands­mit­glied Hans-Jür­gen Urban sag­te der Sonn­tags­zei­tung: „Vie­le sind schon vor der Ren­te kaputt. Über 60-Jäh­ri­ge in Büros und Werk­hal­len wird es nur geben, wenn die Arbeits­be­din­gun­gen stim­men. Wer hier Ver­bes­se­run­gen brin­gen will, hat unse­re Unterstützung.”

Foto: Alte und jun­ge Frau sit­zen am Strand, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.