Mit­grün­der der „Letz­ten Gene­ra­ti­on” ver­spricht Gewaltlosigkeit

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Mit­grün­der der „Letz­ten Gene­ra­ti­on” Hen­ning Jesch­ke distan­ziert sich von Gewalt als Mit­tel des Kli­ma­pro­tests. „Gewalt ist für mich nicht ver­tret­bar”, sag­te Jesch­ke dem „Spie­gel”. „Wenn die Men­schen nicht mehr klar­ka­men mit ihrer aus­sichts­lo­sen Lage, haben sie frü­her zur Mist­ga­bel gegrif­fen. Erst im letz­ten Jahr­hun­dert kam mit fried­li­chem Unge­hor­sam eine Aus­drucks­form von exis­ten­zi­el­ler Unzu­frie­den­heit dazu, die effek­ti­ver ist und zugleich mora­lisch höherwertig.” 

Die Grup­pe wer­de ihren Grund­satz der Fried­fer­tig­keit bei­be­hal­ten, sag­te der Akti­vist. An Stra­ßen­blo­cka­den als Mit­tel will Jesch­ke, der zu den wich­tigs­ten Ent­schei­dern gehört, aber wei­ter fest­hal­ten. „Nie­mand wür­de über den Tan­nen­baum berich­ten, gäbe es die Stra­ßen­blo­cka­den nicht”, sag­te er mit Ver­weis auf den Weih­nachts­baum vor dem Bran­den­bur­ger Tor in Ber­lin, des­sen Spit­ze Akti­vis­ten kürz­lich abge­sägt hat­ten. „Sym­bo­li­sche Aktio­nen ohne Dis­rup­ti­on wer­den nicht rei­chen. Des­halb wird es wei­ter bei­des geben.” Der Kli­ma­ak­ti­vist ist über­zeugt davon, dass der Pro­test der „Letz­ten Gene­ra­ti­on” Erfolg haben wird. „Wir wer­den an den Punkt kom­men, an dem die Regie­rung etwas unter­neh­men muss, weil die Stö­run­gen so mas­siv wer­den und sie ein­sieht, dass sie den Kurs ändern muss”, sag­te Jesch­ke. „Weil sich uns immer mehr Men­schen anschlie­ßen, solan­ge sie die Kli­ma­kri­se igno­riert, weil aber auch immer mehr Men­schen kom­men, wenn sie mit Repres­si­on reagiert. Dann bleibt ihr nur noch wirk­sa­mer Kli­ma­schutz – und wir kön­nen mit den Stö­run­gen auf­hö­ren.” Bis es so weit sei, müss­ten sich aber noch mehr Men­schen der Bewe­gung anschlie­ßen. „Bis­her waren es ein­fach noch nicht genug Men­schen, es wur­de nicht genug gestört”, sag­te Jesch­ke. Als ent­schei­den­de Maß­nah­me, um poli­ti­sche Ver­än­de­run­gen mehr­heits­fä­hig zu machen, sieht Jesch­ke einen Bür­ger­rat. „Wir haben kei­ne Zeit für eine lang­sa­me Trans­for­ma­ti­on, es braucht eine fried­li­che Revo­lu­ti­on”, sag­te der Akti­vist. Dafür sei­en Ver­än­de­run­gen nötig, so wie Men­schen in der Pan­de­mie bereit gewe­sen sei­en, Ein­schrän­kun­gen hin­zu­neh­men: „Die bes­te Chan­ce, das poli­tisch hin­zu­krie­gen, sind gelos­te Bürgerräte.”

Foto: Kli­ma­pro­test, über dts Nachrichtenagentur

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