Nord­ko­rea-Exper­te for­dert neue Stra­te­gie im Umgang mit Pjöngjang

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Nord­ko­rea-Exper­te der Stif­tung Wis­sen­schaft und Poli­tik (SWP), Eric Ball­bach, for­dert eine neue Stra­te­gie im Umgang mit dem inter­na­tio­nal iso­lier­ten Land. Nötig sei ein „Sank­tio­nen-Plus-Ansatz”, sag­te er im Deutsch­land­funk. „Es gibt kaum ein Land in der inter­na­tio­na­len Gemein­schaft, das bereits so lang unter inter­na­tio­na­len Sank­tio­nen steht.” 

Bereits seit dem Korea-Krieg in den 50er-Jah­ren gebe es ent­spre­chen­de Maß­nah­men und Nord­ko­rea habe deut­lich gemacht, dass man mit die­sen Sank­tio­nen umge­hen kön­ne. „Das heißt nicht, dass sie nicht wirk­sam sind, aber das heißt, dass Sank­tio­nen allei­ne sicher­lich Nord­ko­rea von dem beschrit­te­nen Weg nicht abbrin­gen wer­den”, so Ball­bach. „Wir müs­sen mit Nord­ko­rea am Ende wie­der ins Gespräch kom­men, ins­be­son­de­re ange­sichts des voll­stän­di­gen Still­stan­des, den wir im Dia­log mit Nord­ko­rea seit 2019 eigent­lich schon beob­ach­ten kön­nen.” Man müs­se The­men fin­den, die für bei­de Sei­ten zen­tral sei­en. „Da geht es auch um die Fra­ge, wie es am Ende mit der nord­ko­rea­ni­schen Bevöl­ke­rung wei­ter­geht, die unter die­sen Sank­tio­nen natür­lich auch dra­ma­tisch lei­den.” Ein Groß­teil der Bevöl­ke­rung sei von inter­na­tio­na­len Hilfs­lie­fe­run­gen abhän­gig. „Aber auch die­se Lie­fe­run­gen und die Finan­zie­rung die­ser Lie­fe­run­gen sind der­zeit äußerst schwie­rig”, so der Exper­te. Man müs­se „neue Dia­log­an­sät­ze” fin­den. Abschre­ckung sei zwar wich­tig, wer­de aber allei­ne nicht zum Ziel führen.

Foto: Bot­schaft von Nord­ko­rea, über dts Nachrichtenagentur

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