Nor­we­gi­scher Pre­mier warnt EU vor Gaspreisdeckel

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Nor­we­gens Pre­mier­mi­nis­ter Jonas Gahr Stø­re hat die EU vor der Ein­füh­rung des geplan­ten Gas­preis­de­ckels gewarnt. „Wir müs­sen auf­pas­sen, kein Sys­tem zu erschaf­fen, das die Nach­fra­ge nach einer Res­sour­ce erhöht, von der weni­ger ver­füg­bar ist als zuvor”, sag­te er der „Welt”. Sol­che Rege­lun­gen könn­ten laut Stø­re die Ener­gie­si­cher­heit gefähr­den, statt sie zu schützen. 

Statt­des­sen sol­le die EU mit der Pro­duk­ti­on neu­er Ener­gien begin­nen und das Tarif­sys­tem für die Beprei­sung des Gases ver­ein­fa­chen und trans­pa­ren­ter gestal­ten. Die seit dem Ukrai­ne-Krieg erfolg­te Stei­ge­rung der nor­we­gi­schen Gas­lie­fe­run­gen um acht Pro­zent bezeich­ne­te Stø­re als „gewal­ti­ges Unter­fan­gen”. Dies habe Deutsch­land und ande­ren Län­dern erlaubt, ihre Gas­spei­cher zu fül­len. Zugleich dämpf­te der Pre­mier die Hoff­nung auf stei­gen­de Lie­fer­men­gen: Es wer­de in naher Zukunft „nicht noch mehr Gas expor­tiert”. Stø­re for­der­te die NATO auf, sich mit der Siche­rung der Pipe­line von Nor­we­gen nach Euro­pa zu befas­sen. Oslo selbst habe bereits die Über­wa­chungs­maß­nah­men ver­stärkt und ver­fü­ge über Ver­tei­di­gungs­ka­pa­zi­tä­ten zur Siche­rung der Land­an­la­gen. „Wir über­wa­chen die 9.000 Kilo­me­ter lan­ge Pipe­line – was natür­lich eine schwie­ri­ge Auf­ga­be ist. Die Fra­ge nach der Sicher­heit der Infra­struk­tur soll­te des­halb auch ein The­ma für die NATO sein, wie ich mit Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz bespro­chen habe.” Auch Nicht-Nato-Staa­ten soll­ten sich damit befas­sen, so der Regierungschef.

Foto: Gas­spei­cher, über dts Nachrichtenagentur

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