NRW beklagt unge­eig­ne­te Vor­schlä­ge für Flüchtlingsunterkünfte

Düs­sel­dorf (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Nach Anga­ben des NRW-Flücht­lings­mi­nis­te­ri­ums hat der Bund dem Land bis­lang 39 Lie­gen­schaf­ten für eine mög­li­che Nut­zung als Flücht­lings­un­ter­kunft vor­ge­schla­gen. Von die­sen Objek­ten, die die Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en dem Land zur Prü­fung über­mit­telt habe, „eig­nen sich nur drei für eine ver­tief­te Prü­fung”, teil­te das Minis­te­ri­um der „Rhei­ni­schen Post” mit. „Der Rest kommt für eine Nut­zung als Geflüch­te­ten­un­ter­kunft nicht in Betracht.” 

NRW-Flücht­lings­mi­nis­te­rin Jose­fi­ne Paul (Grü­ne) zeig­te sich ent­täuscht. „Wir ste­hen zu unse­rer huma­ni­tä­ren Ver­ant­wor­tung, Men­schen, die bei uns Schutz vor Ver­fol­gung und Gewalt suchen, die­sen Schutz zu bie­ten. Dafür braucht es die gemein­sa­me Anstren­gung von Bund, Land und Kom­mu­nen”, sag­te sie der Zei­tung. „Es wäre daher wün­schens­wert und wich­tig, wenn wir vom Bund Unter­künf­te und Flä­chen genannt bekä­men, mit denen wir schnell etwas anfan­gen könn­ten. Lei­der ist in den meis­ten Fäl­len das Gegen­teil der Fall. Zum Teil dau­ert die Instand­set­zung von Bima-Objek­ten ein hal­bes Jahr.” Nach Anga­ben des Flücht­lings­mi­nis­te­ri­ums habe die Bima für den Groß­teil der Gebäu­de eine „kurz­fris­ti­ge Inbe­trieb­nah­me inner­halb von drei Mona­ten” ange­ge­ben, zugleich wer­de der bau­li­che Zustand jedoch häu­fig als mit­tel­mä­ßig oder reno­vie­rungs- und sanie­rungs­be­dürf­tig dekla­riert. „Eini­ge Lie­gen­schaf­ten – dar­un­ter auch sol­che, die von der Kapa­zi­tät her für das Land geeig­net sein kön­nen, wie die Kaser­ne ‘Man­sergh Bar­racks‘ in Güters­loh – bedürf­ten einer grund­le­gen­den Ertüch­ti­gung mit Ver- und Ent­sor­gungs­lei­tun­gen (Strom, Was­ser, Abwas­ser) und Hei­zungs­sys­te­men, was in der Regel meh­re­rer Mona­te Vor­lauf bedarf”, so das Minis­te­ri­um. Man erhof­fe sich, „wei­te­re Anstren­gun­gen” des Bun­des, ins­be­son­de­re bei der Bereit­stel­lung geeig­ne­ter Objek­te. Rund 220.000 Men­schen sind bis­lang vor dem Krieg in der Ukrai­ne nach NRW geflo­hen, auch die Zahl der Schutz­su­chen­den aus ande­ren Län­dern steigt. Der Bund hat­te den Län­dern bei der Suche nach Immo­bi­li­en für die Unter­brin­gung der Men­schen Hil­fe zugesagt.

Foto: Auf­nah­me­ein­rich­tung für Asyl­be­wer­ber, über dts Nachrichtenagentur

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