Nur ein Bun­des­mi­nis­te­ri­um setzt bei Dienst­fahr­ten auf Tempolimit

Ledig­lich eines von ins­ge­samt 15 Bun­des­mi­nis­te­ri­en hat für Dienst­fahr­ten ein Tem­po­li­mit ange­ord­net, um die Umwelt von schäd­li­chen CO2-Emis­sio­nen zu ent­las­ten. Das geht aus der Ant­wort des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums auf eine Anfra­ge des Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Jan Kor­te (Lin­ke) her­vor, über die die Zei­tun­gen des „Redak­ti­ons­netz­werks Deutsch­land” berich­ten. Dem­nach hält sich nur das Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um unter Lei­tung von Res­sort­che­fin Stef­fi Lem­ke (Grü­ne) sowie das nach­ge­ord­ne­te Umwelt­bun­des­amt an eine Höchst­ge­schwin­dig­keit bei Dienstfahrten. 

Wie es in der Ant­wort heißt, wird im Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um seit August 2022 bei Dienst­fahr­ten eine Höchst­ge­schwin­dig­keit von 100 km/h ein­ge­hal­ten. Im Umwelt­bun­des­amt gel­ten 120 km/h Richt­ge­schwin­dig­keit auf Auto­bah­nen, seit Novem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res 80 km/h auf Bun­des­stra­ßen sowie 30 km/h inner­orts, „wenn der Ver­kehrs­fluss dem nicht ent­ge­gen­steht”. Zu mög­li­chen CO2-Ein­spa­run­gen teil­te das Innen­mi­nis­te­ri­um ohne Nen­nung genau­er Grün­de nur mit, eine Aus­wer­tung „konn­te bis­her nicht erfol­gen”. In der Ant­wort wird zudem ganz all­ge­mein dar­auf ver­wie­sen, dass „mit Blick auf das Kli­ma­schutz­pro­gramm 2030 der Bun­des­re­gie­rung” bei Dienst­fahr­ten „die Ver­pflich­tung für eine treib­stoff- und damit CO2-spa­ren­de Fahr­wei­se” besteht. „Eine expli­zi­te Anord­nung einer Höchst­ge­schwin­dig­keit für die Dienst­fahr­ten der übri­gen Minis­te­ri­en und der ihnen nach­ge­ord­ne­ten Behör­den besteht nicht”, heißt es wei­ter. Eine Aus­nah­me macht laut Mit­tei­lung noch der Gene­ral­bun­des­an­walt beim Bun­des­ge­richts­hof, der seit Herbst 2022 für Dienst­fahr­ten eine Höchst­ge­schwin­dig­keit von 130 km/h ange­ord­net hat. „Wer von der Rich­tig­keit eines Tem­po­li­mits in der Ener­gie- und Kli­ma­kri­se über­zeugt wäre, wür­de sich nicht von der FDP aus­brem­sen las­sen”, kri­ti­sier­te Jan Kor­te, Ers­ter Par­la­men­ta­ri­scher Geschäfts­füh­rer der Links­frak­ti­on im Bun­des­tag, die Hal­tung von SPD und Grü­nen. Elf Minis­ter von SPD und Grü­nen könn­ten mit einem frei­wil­li­gen Tem­po­li­mit vor­an­ge­hen, „um zu zei­gen, wie es funk­tio­niert”, sag­te Kor­te dem RND. Allein das Umwelt­mi­nis­te­ri­um wer­de die­ser Vor­bild­rol­le gerecht. Als „Glanz­stück grü­ner Dop­pel­mo­ral” bezeich­ne­te es der Lin­ken-Poli­ti­ker, dass Wirt­schafts- und Kli­ma­schutz­mi­nis­ter Robert Habeck (Grü­ne) „eine bun­des­wei­te Wer­be­kam­pa­gne zum Ener­gie­spa­ren durch­führt, aber im eige­nen Minis­te­ri­um nicht ein­mal für ein frei­wil­li­ges Tem­po­li­mit sorgt”. „Wie­so soll sich irgend­je­mand in der Bevöl­ke­rung ein­schrän­ken, wenn die Bun­des­re­gie­rung genau das Gegen­teil macht?”, frag­te Kor­te und füg­te hin­zu, die FDP wür­de weder Habeck noch Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz (SPD) oder Außen­mi­nis­te­rin Anna­le­na Baer­bock (Grü­ne) „ein Tem­po­li­mit im eige­nen Laden” ver­bie­ten. Die FDP lehnt ein Tem­po­li­mit gene­rell ab. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Dienst­wa­gen von Poli­ti­kern, über dts Nachrichtenagentur

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