Nur sie­ben DAX-Kon­zer­ne pla­nen Aktio­närs­tref­fen wie­der in Präsenz

Frank­furt am Main (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Bis­lang pla­nen nur sie­ben DAX-Kon­zer­ne, ihre Haupt­ver­samm­lung in die­sem Jahr in Prä­senz aus­zu­rich­ten. Ent­spre­chend äußer­ten sich Air­bus, BASF, die Deut­sche Tele­kom, Hen­kel, Por­sche, Qia­gen und Sym­ri­se bei einer Abfra­ge des „Han­dels­blatts” (Mon­tags­aus­ga­be). 17 Fir­men, dar­un­ter die Alli­anz, Merck, Mer­ce­des, Sar­to­ri­us oder Vono­via, wol­len wie­der ein vir­tu­el­les Aktio­närs­tref­fen ausrichten. 

Zehn Unter­neh­men haben noch kei­ne Ent­schei­dung getrof­fen, sechs haben sich nicht auf die Anfra­ge zurück­ge­mel­det. Für BMW hat das vir­tu­el­le For­mat den Vor­teil „einer höhe­ren Reich­wei­te”. Bei­ers­dorf und Con­ti­nen­tal hal­ten eine vir­tu­el­le HV vor dem Hin­ter­grund der fort­schrei­ten­den Digi­ta­li­sie­rung für zeit­ge­mä­ßer. Fre­se­ni­us bezeich­net die­se Form als „öko­lo­gisch nach­hal­ti­ger”. Für Sie­mens Ener­gy bie­te die­ses For­mat auch wegen wei­ter­hin dyna­mi­scher Coro­na­zah­len „grö­ße­re Pla­nungs­si­cher­heit”. Durch digi­ta­le Haupt­ver­samm­lung kön­nen Unter­neh­men Geld spa­ren, weil sie etwa kei­ne gro­ßen Hal­len mehr anmie­ten müs­sen. Bei­ers­dorf sieht Ein­spa­run­gen im „sechs­stel­li­gen Bereich”, Infi­ne­on spricht von „eini­gen Hun­dert­tau­send Euro”. Cove­stro, Eon und Sie­mens Ener­gy geben an, dass die vir­tu­el­le Alter­na­ti­ve nur halb so viel kos­tet wie die Prä­senz­ver­an­stal­tung, Fre­se­ni­us bezif­fert die Erspar­nis auf ein Vier­tel. Dass sie­ben DAX-Kon­zer­ne auf ein Prä­senz­tref­fen set­zen, begrün­den die Fir­men damit, dass man nur so in einen „sehr unmit­tel­ba­ren Aus­tausch mit Aktio­nä­ren ein­tre­ten kann”, wie es etwa vom Che­mie­kon­zern BASF heißt. Die Tele­kom teil­te mit: „Die Haupt­ver­samm­lung ist ein wich­ti­ger Bestand­teil der Akti­en­kul­tur in Deutsch­land.” Für den Duft- und Aro­ma­her­stel­ler Sym­ri­se ist die vir­tu­el­le Ver­an­stal­tung „zu kom­plex in der Umset­zung”, wes­we­gen man sich für den klas­si­schen Weg ent­schie­den habe. DAX-Neu­ling Por­sche will das Unter­neh­men mit einer Prä­senz­ver­an­stal­tung „greif­bar machen”. Aktio­närs­tref­fen fan­den bis zum Aus­bruch der Pan­de­mie immer in Prä­senz statt, coro­nabe­dingt ermög­lich­te die Poli­tik aber rein digi­ta­le Tref­fen. Im ver­gan­ge­nen Som­mer änder­te der Bun­des­tag das Akti­en­ge­setz so, dass Aktio­närs­tref­fen auch digi­tal abge­hal­ten wer­den kön­nen. Die Ver­le­gung der Tref­fen ins Inter­net ist bei Anle­gern umstrit­ten, weil vie­le von ihnen eine Beschnei­dung ihres Rede- und Fra­ge­rech­tes befürchten.

Foto: Frank­fur­ter Bör­se, über dts Nachrichtenagentur

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