Ober­staats­an­wäl­tin will zu Cum-Ex nicht gegen Scholz ermitteln

Köln/Hamburg (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Deutsch­lands füh­ren­de Cum-Ex-Ermitt­le­rin, die Köl­ner Ober­staats­an­wäl­tin Anne Bror­hil­ker, hegt kei­nen Anfangs­ver­dacht wegen Bei­hil­fe zur Steu­er­hin­ter­zie­hung gegen den frü­he­ren Ham­bur­ger Ers­ten Bür­ger­meis­ter und heu­ti­gen Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz sowie den frü­he­ren Finanz­se­na­tor und heu­ti­gen Ers­ten Bür­ger­meis­ter Peter Tsch­ent­scher (bei­de SPD). Bror­hil­ker tei­le die ent­spre­chen­de Auf­fas­sung der für die von dem Ham­bur­ger Rechts­an­walt Ger­hart Stra­te ein­ge­reich­te Straf­an­zei­ge zustän­di­gen Staats­an­wäl­tin, teil­te ein Spre­cher der Staats­an­walt­schaft Köln mit, wie die „Welt” in ihrer Don­ners­tags­aus­ga­be berich­tet. Zwar sei die Ent­schei­dung, in die­ser Sache kei­ne Ermitt­lun­gen auf­zu­neh­men, weder von Bror­hil­ker noch vom Lei­ter der Köl­ner Staats­an­walt­schaft getrof­fen wor­den, son­dern von der für die Bear­bei­tung der Straf­an­zei­ge zustän­di­gen Dezer­nen­tin, so Behör­den­spre­cher Ulrich Bremer. 

Aller­dings hät­ten „sowohl der Behör­den­lei­ter als auch Ober­staats­an­wäl­tin Bror­hil­ker” die Auf­fas­sung der Dezer­nen­tin geteilt. Stra­te hat­te Scholz und Tsch­ent­scher wegen Bei­hil­fe zur Steu­er­hin­ter­zie­hung ange­zeigt. Ihr Vor­wurf lau­tet, dass die bei­den SPD-Poli­ti­ker bei der zustän­di­gen Ham­bur­ger Steu­er­ver­wal­tung dar­auf hin­ge­wirkt hät­ten, dass die ört­li­che War­burg-Bank 47 Mil­lio­nen Euro zu Unrecht aus Cum-Ex-Geschäf­ten erstat­te­ter Steu­ern zunächst nicht habe zurück­zah­len müs­sen. Die Staats­an­walt­schaft Köln hat­te Stra­te mit zwei Schrei­ben vom 14. Dezem­ber mit­ge­teilt, dass sie von der Ein­lei­tung von Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen Scholz und Tsch­ent­scher abse­he, „da sich zurei­chen­de tat­säch­li­che Anhalts­punk­te für eine Bei­hil­fe­hand­lung sei­tens Herrn Scholz auf Grund­la­ge Ihres Anzei­ge­vor­brin­gens und der in den ande­ren Ver­fah­ren des Ver­fah­rens­kom­ple­xes erlang­ten Unter­la­gen und Doku­men­te nicht erge­ben haben”. Aus der Ent­schei­dung zur Straf­an­zei­ge gegen den Bun­des­kanz­ler geht zudem her­vor, dass die Köl­ner Staats­an­walt­schaft den zwei­ten Vor­wurf gegen Scholz abge­trennt und zustän­dig­keits­hal­ber an die Ham­bur­ger Staats­an­walt­schaft über­wie­sen hat. „Eine Zustän­dig­keit der StA (Staats­an­walt­schaft, d. Red.) Köln für die Ver­fol­gung (allein) des Vor­wurfs der fal­schen uneid­li­chen Aus­sa­ge ist unter kei­nem recht­li­chen Gesichts­punkt gege­ben. Tat­ort wäre Ham­burg”, heißt es im Schrei­ben der Köl­ner Behör­de an Strate.

Foto: Olaf Scholz guckt nach oben, über dts Nachrichtenagentur

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