Obers­ter Ermitt­ler erwar­tet wei­te­re Ver­fah­ren gegen NS-Verbrecher

Lud­wigs­burg (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Nach dem Urteil gegen eine frü­he­re Sekre­tä­rin im KZ Stutt­hof ist Ober­staats­an­walt Tho­mas Will zuver­sicht­lich, dass es nicht der letz­te Pro­zess gegen eine Beschul­dig­te ist, die wegen ihrer Taten im Natio­nal­so­zia­lis­mus ange­klagt wird. „Wir sind noch lan­ge nicht fer­tig”, sag­te er dem „Spie­gel”. Will lei­tet die Zen­tra­le Stel­le der Lan­des­jus­tiz­ver­wal­tun­gen zur Auf­klä­rung natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Verbrechen. 

Meh­re­re Fäl­le sei­en noch offen, sag­te er. Dar­un­ter sei unter ande­rem ein Ver­fah­ren wegen Bei­hil­fe zum Mord im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Buchen­wald, wel­ches bei der Staats­an­walt­schaft in Erfurt liegt. Hin­zu kom­men zwei Ver­fah­ren gegen Täter in Ravens­brück bei den Staats­an­walt­schaf­ten in Neu­rup­pin und Coburg sowie ein Ver­fah­ren wegen Bei­hil­fe zum Mord im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Neu­en­gam­me bei der Staats­an­walt­schaft in Ham­burg. Außer­dem gibt es ein Ver­fah­ren gegen einen Täter in Sach­sen­hau­sen, wel­ches bei der Staats­an­walt­schaft Neu­rup­pin liegt. In dem Cobur­ger Fall ist Will zuver­sicht­lich, dass bald ange­klagt wird. Bei den ande­ren hofft er zumin­dest dar­auf. Ob tat­säch­lich ange­klagt wird, hängt vor allem an der Ver­hand­lungs­fä­hig­keit der Beschul­dig­ten ab. All jene Fäl­le, die die Staats­an­walt­schaf­ten momen­tan prü­fen, gehen auf Ermitt­lun­gen der Zen­tra­len Stel­le der Lan­des­jus­tiz­ver­wal­tun­gen zur Auf­klä­rung natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Ver­bre­chen zurück. Es han­delt sich dabei um SS-Mit­glie­der oder Wach­leu­te. Dem Nach­rich­ten­ma­ga­zin sag­te Will, dass das Urteil gegen die KZ-Sekre­tä­rin zu wei­te­ren Pro­zes­sen als den bereits genann­ten füh­ren könn­te. Es war das ers­te Mal, dass ein Gericht die Schuld einer Zivil­an­ge­stell­ten in einem der Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger bestä­tigt hat.

Foto: Jus­ti­cia, über dts Nachrichtenagentur

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