Pekings Bot­schaf­ter in Ber­lin kri­ti­siert deut­sche China-Strategie

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der chi­ne­si­sche Bot­schaf­ter in Ber­lin, Wu Ken, hat hef­ti­ge Kri­tik an der geplan­ten Chi­na-Stra­te­gie der Bun­des­re­gie­rung geübt. „Das Papier erweckt den Ein­druck, dass es vor allem von Ideo­lo­gie gelei­tet wird”, sag­te er dem „Han­dels­blatt”. Dies rie­che für ihn „ver­däch­tig nach einer Men­ta­li­tät des Kal­ten Krieges”. 

Nach sei­ner Ansicht gehe der bis­he­ri­ge Ent­wurf nicht von den gemein­sa­men Inter­es­sen von Deutsch­land und Chi­na aus. Die Bun­des­re­gie­rung will res­sort­über­grei­fend die Bezie­hun­gen zu Peking neu aus­rich­ten. In dem bis­her bekannt gewor­de­nen Ent­wurf der Chi­na-Stra­te­gie unter Feder­füh­rung des Außen­mi­nis­te­ri­ums wird für eine här­te­re Gang­art gegen­über Chi­na und für mehr Unab­hän­gig­keit von dem Land plä­diert. Laut dem Bot­schaf­ter wer­de der Wett­be­werb und eine Kon­fron­ta­ti­on der bei­den Län­der dar­in so „hoch­sti­li­siert”, dass es nichts mit der Rea­li­tät zu tun habe. Soll­ten laut Wu künf­tig bestimm­te Wer­te und Men­schen­rech­te Vor­aus­set­zung für die Zusam­men­ar­beit sein und es Beschrän­kun­gen geben, wür­den der Zusam­men­ar­beit „Stei­ne in den Weg” gelegt. Der Bot­schaf­ter äußer­te den Ver­dacht, dass die deut­sche Regie­rung ihre Unab­hän­gig­keit ein­bü­ße und statt­des­sen in Sachen Chi­na-Poli­tik ganz den USA fol­ge. „Und die­se zie­len bekannt­lich auf eine Unter­drü­ckung und Ein­däm­mung Chi­nas”, sag­te Wu. Damit wider­spre­che sich die Bun­des­re­gie­rung letzt­lich selbst. „Hat sie doch stets betont, kei­ne Kon­fron­ta­ti­on zwi­schen ver­schie­de­nen Lagern anzustreben.”

Foto: Chi­ne­si­sche Flag­ge, über dts Nachrichtenagentur

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