Phar­ma­bran­che for­dert mehr Geld gegen Arzneimittelmangel

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die for­schen­den Phar­ma­un­ter­neh­men in Deutsch­land haben ein Fünf-Punk­te-Pro­gramm vor­ge­legt, um Medi­ka­men­ten­eng­päs­sen hier­zu­lan­de bes­ser ent­ge­gen­zu­wir­ken – vor allem soll mehr Geld flie­ßen. In dem Papier, über das die „Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung” in ihrer Diens­tags­aus­ga­be berich­tet, plä­die­ren sie aber auch für eine bes­se­re Trans­pa­renz mit Blick auf Lager­be­stän­de und Waren­strö­me von Arz­nei­mit­teln. Außer­dem spre­chen sie sich auch für sys­te­ma­ti­sche Stress­tests für Lie­fer­ket­ten aus. 

Dies könn­te bedeu­ten, dass Medi­ka­men­te am Ende teu­rer wer­den. Jedoch habe Lie­fer­si­cher­heit „einen Preis”, kon­sta­tiert der Bran­chen­ver­band VFA. In den ver­gan­ge­nen Wochen hat­ten Pati­en­ten ver­stärkt immer wie­der über feh­len­de Arz­nei­mit­tel in Apo­the­ken geklagt. Betrof­fen waren unter ande­rem Kin­der-Fie­ber­säf­te, aber auch Anti­bio­ti­ka und Krebs-Medi­ka­men­te. Um die ange­spann­te Lage zu ent­schär­fen, wol­len Kran­ken­kas­sen die soge­nann­ten Fest­be­trä­ge für bestimm­te Medi­ka­men­te mit den Wirk­stof­fen Ibu­profen und Par­acet­amol sowie für Anti­bio­ti­ka vom 1. Febru­ar an für drei Mona­te aus­set­zen. Kri­ti­ker wei­sen jedoch dar­auf hin, dass es kei­ne nach­hal­ti­ge Lösung sei, der Phar­ma­in­dus­trie kurz­fris­tig höhe­re Prei­se zu ermög­li­chen. Das sieht die Bran­che ähn­lich. Dort ist mit Blick auf die Pla­nun­gen von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl Lau­ter­bach (SPD) von einem hek­tisch zusam­men­ge­stell­ten Sofort­pro­gramm die Rede. „Das Pro­blem ist weder neu noch ist es über­ra­schend”, sag­te VFA-Prä­si­dent Han Steu­tel der FAZ. Schon lan­ge wer­de davor gewarnt, dass zum Bei­spiel Anti­bio­ti­ka oder Schmerz­mit­tel feh­len könn­ten. „Doch pas­siert ist fast nichts.” Dass die Poli­tik jetzt han­de­le, sei über­fäl­lig. „Hek­tik ist jedoch nicht hilf­reich. Was wir brau­chen, ist eine struk­tu­rel­le und nach­hal­ti­ge Lösung, um die Medi­ka­men­ten­ver­sor­gung von mor­gen in Deutsch­land zu sichern.” Wenig hält man dage­gen in der Bran­che davon, Pro­duk­tio­nen nach Deutsch­land zurück­zu­ho­len. Die­se auch von Poli­ti­kern ger­ne geführ­te Dis­kus­si­on müs­se been­det wer­den. „So ver­lo­ckend das klingt, es ist kein geeig­ne­ter Weg, um die Lie­fer­si­cher­heit zu erhö­hen”, beton­te der für Wirt­schafts­po­li­tik zustän­di­ge VFA-Geschäfts­füh­rer Claus Michel­sen. Viel­mehr sieht er dar­in einen teu­ren Ansatz, glo­bal nicht wett­be­werbs­fä­hi­ge Fer­ti­gung am Stand­ort dau­er­sub­ven­tio­niert aufrechtzuerhalten.

Foto: Tablet­ten, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.