Pis­to­ri­us glaubt an recht­zei­ti­ge Leo­pard-Lie­fe­rung an Ukraine

Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Boris Pis­to­ri­us (SPD) glaubt, dass die Leo­pard-Pan­zer noch recht­zei­tig vor einer rus­si­schen Früh­jahrs­of­fen­si­ve aus­ge­lie­fert wer­den. Nun müs­se man sich erst ein­mal auf die Leo­pard-Lie­fe­run­gen und die Luft­ab­wehr kon­zen­trie­ren, statt Dis­kus­sio­nen über ande­re Waf­fen­gat­tun­gen zu füh­ren, sag­te Pis­to­ri­us dem TV-Sen­der „Welt”. „Es geht Schritt für Schritt. Wir haben in den letz­ten zwölf Mona­ten mehr gelie­fert als fast jedes ande­re euro­päi­sche Land. Wir haben mit dem Früh­jahrs­pa­ket, das jetzt in der Aus­lie­fe­rung ist, 3,3 Mil­li­ar­den Euro für mili­tä­ri­sche Unter­stüt­zung aus­ge­ge­ben – und da sind die 14 Leo­pard noch gar nicht eingerechnet.” 

Die Unter­stüt­zung Groß­bri­tan­ni­ens sei etwa in der glei­che Grö­ßen­ord­nung, nur die USA habe mehr getan. „Das heißt, Deutsch­land braucht sich hier, was die Unter­stüt­zung angeht, wahr­lich nicht zu ver­ste­cken”, sag­te der Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter. „Jetzt geht es dar­um zu gucken, wie schnell kön­nen wir die Leo­par­den aus­lie­fern? Wie schnell kann die Aus­bil­dung funk­tio­nie­ren? Und ganz wich­tig, das wird in allen Gesprä­chen, spä­tes­tens seit Ram­stein deut­lich, obers­te Prio­ri­tät hat aktu­ell die Luft­ver­tei­di­gung”, so Pis­to­ri­us. „Die muss auf dem Level, der da ist, gewähr­leis­tet wer­den, auch in den nächs­ten, auch über die nächs­ten drei Mona­te hin­weg, weil sonst auch kri­ti­sche Infra­struk­tu­ren und ande­res zuneh­mend unter Gefahr gerät. Des­we­gen sind das die Prio­ri­tä­ten.” Über alles ande­re wer­de gespro­chen, wenn die Zeit tat­säch­lich kom­me. Pis­to­ri­us hofft, dass die deut­schen und euro­päi­schen Leo­par­den und wei­te­re zuge­sag­te Waf­fen­sys­te­me noch vor Beginn der erwar­te­ten Früh­jahrs­of­fen­si­ve der rus­si­schen Armee ein­tref­fen. „Davon gehen alle Exper­ten aus – garan­tie­ren kann das kei­ner. Die Hil­fe aus Deutsch­land ist rela­tiv schnell gekom­men, wir war­ten jetzt auf die Ver­ab­re­dung zum Leo­pard 2 A4, das ist ein ande­rer Teil der Part­ner und Ver­bün­de­ten. Alles deu­tet dar­auf hin, dass es recht­zei­tig kommt – und wir hof­fen das sehr.” Beson­ders beein­druckt habe ihn bei sei­nem Besuch in der Ukrai­ne die Begeg­nung mit den Sol­da­ten, so Pis­to­ri­us. Vie­le von ihnen erwar­te er schon bald zur Aus­bil­dung in Deutsch­land: „Ich habe unter ande­rem die Besat­zung eines Gepards hier getrof­fen, habe mir schil­dern las­sen, wie hoch­zu­frie­den sie sind mit dem Gerät, mit der Aus­stat­tung, mit den Gefechts­mög­lich­kei­ten – aber vor allem auch mit der Aus­bil­dung durch die deut­schen Kräf­te zuhau­se.” Ganz beson­ders beein­druckt habe ihn das Gespräch mit den Sol­da­ten, die nach Deutsch­land auf­bre­chen, um am Leo­pard aus­ge­bil­det zu wer­den, so der Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter. „Wenn Sie das sehen, wenn Sie in die Gesich­ter die­ser Män­ner und Frau­en schau­en, dann sehen Sie die Ernst­haf­tig­keit, dann sehen Sie die Belas­tung, die prä­gen­den Erleb­nis­se, die furcht­ba­ren, die sie hin­ter sich haben.” Gleich­zei­tig sehe man eine „unglaub­li­che Ent­schlos­sen­heit, nicht nach­zu­las­sen” und „den Wil­len, die­ses Land zu ver­tei­di­gen gegen den Aggres­sor”, so Pis­to­ri­us. „Das berührt mich wirk­lich. Und ich bin sehr froh, dass Deutsch­land so viel tun kann, um die Ukrai­ner hier in ihrem Kampf zu unter­stüt­zen.” (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Boris Pis­to­ri­us, über dts Nachrichtenagentur

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