Poli­to­lo­ge: Kriegs­ver­lauf ent­schei­det über Beginn von Verhandlungen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Poli­to­lo­ge Her­fried Mün­k­ler zwei­felt an einer schnel­len diplo­ma­ti­schen Lösung im Ukrai­ne-Krieg. „Wir sind im Augen­blick in einer Situa­ti­on, in der bei­de Sei­ten ihre Maxi­mal­for­de­run­gen benen­nen”, sag­te er im Deutsch­land­funk. Bei der Ukrai­ne sei das die „Wie­der­her­stel­lung des Sta­tus quo ante” von vor 2014, wäh­rend die rus­si­schen Maxi­mal­for­de­run­gen auch schon län­ger bekannt seien. 

„Sie lie­gen rela­tiv früh auf dem Tisch, und es ist jetzt der Kriegs­ver­lauf, der dar­über ent­schei­det, in wel­cher Wei­se bei­de Sei­ten bereit sind, unter­halb ihrer Maxi­mal­for­de­run­gen in Gesprä­che ein­zu­tre­ten.” Das sei noch nicht erreicht, so der Poli­to­lo­ge. Der Exper­te warn­te gene­rell davor, bei der Suche nach einer diplo­ma­ti­schen Lösung die Fra­ge des Kriegs­ver­lau­fes aus­zu­blen­den. „Ich habe mich sowohl was den Ers­ten Welt­krieg betrifft als auch, was den 30-jäh­ri­gen Krieg betrifft, mit sol­chen Krie­gen inten­siv beschäf­tigt, und man kann in bei­den Fäl­len sehen, dass Diplo­ma­tie nicht ein­fach die Alter­na­ti­ve zum Spre­chen der Waf­fen ist, son­dern dass bei­des mit­ein­an­der inter­agiert und sich auch gegen­sei­tig unter­stüt­zen kann”, so Mün­k­ler. Der Kriegs­ver­lauf ent­schei­de über die Auf­nah­me von Ver­hand­lun­gen und einen mög­li­chen Frie­dens­schluss. Ein „Umschal­ten von Lie­fe­run­gen von Waf­fen auf Diplo­ma­tie” sei nicht mög­lich. Mit ent­spre­chen­den For­de­run­gen spie­le man „der stär­ke­ren Sei­te” in die Karten.

Foto: Ukrai­ni­sche Flag­ge, über dts Nachrichtenagentur

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