Regie­rung gab 2022 über 65 Mil­lio­nen Euro für Brief­por­to aus

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Bun­des­re­gie­rung schätzt ihre Aus­ga­ben für das Brief­por­to der Minis­te­ri­en im ver­gan­ge­nen Jahr auf mehr als 65 Mil­lio­nen Euro. Das geht aus der Ant­wort des Innen­mi­nis­te­ri­ums auf eine Anfra­ge der CDU/C­SU-Frak­ti­on im Bun­des­tag her­vor, über die die „Rhei­ni­sche Post” in ihrer Frei­tag­aus­ga­be berich­tet. Dem­nach fie­len mit mehr als 31 Mil­lio­nen Euro die mit Abstand höchs­ten Kos­ten für den inter­nen und exter­nen Ver­sand von Brie­fen im Finanz­mi­nis­te­ri­um von Chris­ti­an Lind­ner (FDP) an. 

Das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um von Ex-Haus­her­rin Chris­ti­ne Lam­brecht (SPD) liegt mit fast 16 Mil­lio­nen Euro für das Brief­por­to auf Platz zwei. Aber auch der Minis­ter für Digi­ta­les und Ver­kehr, Vol­ker Wis­sing (FDP), ließ sich das Brief­por­to sei­nes Hau­ses und nach­ge­ord­ne­ter Behör­den fast 4,5 Mil­lio­nen Euro kos­ten. Aus Sicht der Oppo­si­ti­on wären die hohen Aus­ga­ben für den Post­ver­sand von Brie­fen der Bun­des­ver­wal­tung ver­meid­bar gewe­sen, hät­te die Regie­rung die Digi­ta­li­sie­rung von Ver­wal­tungs­auf­ga­ben schnel­ler vor­an­ge­bracht. Aller­dings ist die Ampel-Koali­ti­on erst seit einem Jahr im Amt. Ver­säum­nis­se bei der Digi­ta­li­sie­rung sind auch der Vor­gän­ger-Regie­rung von Uni­on und SPD anzu­las­ten. Eigent­lich hät­ten laut Online­zu­gangs­ge­setz bis Jah­res­en­de 2022 die meis­ten Ver­wal­tungs­dienst­leis­tun­gen digi­tal zur Ver­fü­gung ste­hen sol­len. Die Rea­li­tät sieht aber anders aus: Bund und Län­der haben die Frist trotz gesetz­li­cher Vor­ga­be auf­ge­ge­ben. „Ange­sichts der immensen Sum­me, die allein die Bun­des­mi­nis­te­ri­en und ‑behör­den im letz­ten Jahr an Por­to aus­ge­ge­ben haben, ergibt sich ein gewal­ti­ges Ein­spar­po­ten­zi­al in Mil­lio­nen­hö­he. Es zeigt sich: Feh­len­de Digi­ta­li­sie­rung kos­tet Deutsch­land sehr viel Geld”, sag­te Hans­jörg Durz, der für die CSU im Digi­tal-Aus­schuss sitzt. „Der Refe­ren­ten­ent­wurf des Online­zu­gangs­ge­set­zes 2.0, das von der Ampel der­zeit auf den Weg gebracht wird, sieht erst gar kei­ne neue Frist für die Digi­ta­li­sie­rung der Ver­wal­tungs­leis­tun­gen vor”, so Durz. „Im Klar­text heißt das: Die Ampel ver­schiebt die Digi­ta­li­sie­rung Deutsch­lands auf den Sankt-Nimmerleinstag.”

Foto: Brief­kas­ten der Deut­schen Post, über dts Nachrichtenagentur

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