Regie­rung rüf­felt Bahn wegen Ver­spä­tun­gen und Ausfällen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Bund ist mit der man­geln­den Pünkt­lich­keit im Bahn­ver­kehr nicht mehr zufrie­den. „Die aktu­el­le Pünkt­lich­keits­ent­wick­lung ist nach Auf­fas­sung der Bun­des­re­gie­rung nicht zufrie­den­stel­lend”, heißt es in der Ant­wort auf eine Klei­ne Anfra­ge der CDU/C­SU-Frak­ti­on. So sei­en bei­spiels­wei­se in der Fern­ver­kehrs­re­gi­on West im Juni und im August 2022 weni­ger als die Hälf­te der Ver­bin­dun­gen pünkt­lich gewesen. 

Die Sanie­rung und Kapa­zi­täts­er­wei­te­rung des Net­zes habe hohe Prio­ri­tät, um die Zie­le der Bun­des­re­gie­rung zu errei­chen, heißt es in der Ant­wort wei­ter. Per­so­nal­aus­fäl­le hät­ten nach Aus­kunft der Deut­schen Bahn AG (DB AG) zwi­schen dem 1. Janu­ar 2022 und dem 31. Okto­ber 2022 0,3 Pro­zent aller Ver­spä­tungs­mi­nu­ten ver­ur­sacht, teil­te die Regie­rung wei­ter mit. Als „VS – Ver­trau­lich” stuft die Bun­des­re­gie­rung aller­dings Infor­ma­tio­nen dazu ein, in wie vie­len Fäl­len es seit Beginn des Jah­res 2022 zu Aus­fäl­len gan­zer Stell­be­zir­ke kam, weil das Per­so­nal im Stell­werk krank oder ander­wei­tig nicht ein­satz­be­reit war. „Die Offen­le­gung der erbe­te­nen Infor­ma­tio­nen zu den Schicht­aus­fäl­len wür­de nach Aus­kunft der DB AG die Sicher­heit gefähr­den sowie erheb­li­che Wett­be­werbs­nach­tei­le nach sich zie­hen und dadurch das wirt­schaft­li­che Han­deln der DB AG und somit auch das fis­ka­li­sche Inter­es­se des Bun­des deut­lich beein­träch­ti­gen”, heißt es in der Ant­wort. Es wer­de ver­sucht, Ersatz für erkrank­te Fahr­dienst­lei­ter zu fin­den, schreibt die Bun­des­re­gie­rung unter Bezug­nah­me auf Aus­künf­te der DB AG. Mit­ar­bei­ter wür­den wei­ter­ge­bil­det, um sie im Bedarfs­fall fle­xi­bler auch auf benach­bar­ten Stell­wer­ken ein­set­zen zu kön­nen. Gleich­zei­tig schaf­fe die DB AG mehr Fle­xi­bi­li­tät in den Schicht­plä­nen und bil­de auch in gro­ßem Umfang aus. „Die Kapa­zi­tä­ten für Aus­bil­dung und Qua­li­fi­zie­rung wur­den nach Aus­kunft der DB AG in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ste­tig erhöht”, heißt es. „Sehr posi­tiv” bewer­tet die Bun­des­re­gie­rung der Ant­wort zufol­ge die Maß­nah­me des „9‑Eu­ro-Tickets”. Es sei mit dem vor­ran­gi­gen Ziel beschlos­sen wor­den, die Bür­ger ange­sichts der stark gestie­ge­nen Ener­gie­kos­ten mit einem deut­lich ver­bil­lig­ten Ticket für den öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr (ÖPNV) kurz­fris­tig und unmit­tel­bar zu ent­las­ten. „Die­ses Ziel wur­de erreicht, wie nicht zuletzt die hohe Zahl von 52 Mil­lio­nen ver­kauf­ten Tickets belegt”, schreibt die Regie­rung. Das geplan­te Deutsch­land­ti­cket zielt der Ant­wort zufol­ge dar­auf ab, die Attrak­ti­vi­tät des ÖPNV zu erhö­hen. Die vor­ge­se­he­ne bun­des­wei­te Gül­tig­keit mache das Ticket dabei für die Kun­den unkom­pli­ziert nutz­bar und ver­rin­ge­re auf die­se Wei­se Zugangs­hür­den. Die Abstim­mun­gen zur kon­kre­ten Aus­ge­stal­tung des Deutsch­land­ti­ckets dau­er­ten an, heißt es. Über eine mög­li­che Inte­gra­ti­on von Fern­bus- und Schie­nen­fern­ver­kehrs­an­ge­bo­ten in das Nach­fol­ge­ti­cket sei noch nicht ent­schie­den worden.

Foto: Ver­spä­tungs-Anzei­ge bei der Bahn, über dts Nachrichtenagentur

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