Reser­vis­ten­ver­band gegen „Kriegs­wirt­schaft”

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Prä­si­dent des Reser­vis­ten­ver­ban­des der Bun­des­wehr, Patrick Sen­s­burg, lehnt For­de­run­gen nach einer Ein­füh­rung einer Kriegs­wirt­schaft in Deutsch­land ab und for­dert zugleich mehr Unter­stüt­zung der Rüs­tungs­in­dus­trie, um die durch den rus­si­schen Angriff auf die Ukrai­ne ent­stan­de­nen Her­aus­for­de­run­gen bewäl­ti­gen zu kön­nen. „Ich wür­de es nicht Kriegs­wirt­schaft nen­nen”, sag­te er dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” (Frei­tag­aus­ga­ben). „Denn das impli­ziert beson­de­re Regeln. Außer­dem befin­det sich Deutsch­land nicht im Krieg.” 

Man müs­sen Wege fin­den, die Bun­des­wehr ordent­lich auf­zu­stel­len, so Sen­s­burg. „Dazu braucht es einen ande­ren Umgang der Poli­tik mit der Wirt­schaft – mit Prio­ri­tät auf Güter, die für unse­re Sicher­heit rele­vant sind.” In den letz­ten 30 Jah­ren habe die Rüs­tungs­in­dus­trie immer nur die Bot­schaft bekom­men, dass die Bun­des­wehr geschrumpft wer­den sol­le, so der Reser­vis­ten­ver­bands­chef. Heu­te müs­se man sie in die Lage ver­set­zen, lang­fris­tig pla­nen und in höhe­ren Stück­zah­len pro­du­zie­ren zu kön­nen. Zuvor hat­te unter ande­rem der Vor­sit­zen­de des Bun­des­wehr­ver­ban­des, André Wüst­ner, eine „Art Kriegs­wirt­schaft” gefor­dert. Der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Car­lo Masa­la von der Uni­ver­si­tät der Bun­des­wehr in Mün­chen sag­te dem RND: „Ich wür­de es nicht Kriegs­wirt­schaft nen­nen. Denn Kriegs­wirt­schaft bedeu­tet ja, die gesam­te Volks­wirt­schaft auf die Kriegs­be­dürf­nis­se aus­zu­rich­ten.” Aller­dings müs­se man die deut­sche Rüs­tungs­in­dus­trie auf die Kriegs­si­tua­ti­on aus­rich­ten. „Dazu muss der Staat Geld in die Hand neh­men und der Rüs­tungs­in­dus­trie eine Per­spek­ti­ve geben”, so Masa­la. „Das ist eine dring­li­che Auf­ga­be des neu­en Verteidigungsministers.”

Foto: Bun­des­wehr-Pan­zer ´Mar­der´, über dts Nachrichtenagentur

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