Rich­ter­bund for­dert mehr Personal

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Deut­sche Rich­ter­bund for­dert ange­sichts der Sil­ves­ter-Kra­wal­le und der Äuße­run­gen von Bun­des­in­nen­mi­nis­te­rin Nan­cy Fae­ser (SPD) dazu sub­stan­zi­el­le Kon­se­quen­zen im Bereich der Jus­tiz. „Die Bun­des­re­gie­rung darf es nach den Kra­wal­len in der Sil­ves­ter­nacht nicht bei den übli­chen poli­ti­schen Ritua­len belas­sen”, sag­te der Rich­ter­bund-Bun­des­ge­schäfts­füh­rer Sven Rebehn dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land”. „Mar­ki­ge For­de­run­gen und star­ke Ankün­di­gun­gen rei­chen nicht.” 

So sei es zwar rich­tig, dass die Bun­des­in­nen­mi­nis­te­rin ein Ende der Spar­maß­nah­men in der Jus­tiz anmah­ne, so Rebehn. Aller­dings brau­che es dafür einen Kurs­wech­sel in der Ampel­ko­ali­ti­on. „Das Ver­spre­chen des Koali­ti­ons­ver­tra­ges, die Jus­tiz durch einen zwei­ten Rechts­staats­pakt mit den Län­dern per­so­nell schlag­kräf­ti­ger auf­zu­stel­len, hat die Bun­des­re­gie­rung auf die lan­ge Bank gescho­ben”, sag­te er dem RND. „Die Ampel will ledig­lich ein­zel­ne Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­te in der Jus­tiz unter­stüt­zen. Das greift aber deut­lich zu kurz und geht am drän­gends­ten Pro­blem des feh­len­den Per­so­nals vor­bei”, so der Rich­ter­bund-Chef. Wol­le die Regie­rung glaub­wür­dig blei­ben, müs­se sie sich finan­zi­ell stär­ker für einen wehr­haf­ten Rechts­staat enga­gie­ren. Fae­ser hat­te gesagt, der Rechts­staat müs­se rasch durch­grei­fen. „Nur eine schnel­le Stra­fe schafft Respekt”, erklär­te sie. Die Ermitt­lun­gen zu den Kra­wal­len wer­den nach Ein­schät­zung von Fach­leu­ten indes Mona­te dau­ern. Kri­ti­ker hal­ten zudem die Ver­ein­ba­rung aus dem ers­ten Bund-Län­der-Pakt von 2019 für unzu­rei­chend, für den Rechts­staat mehr als 2.500 neue Stel­len zu schaffen.

Foto: Amts­ge­richt Tier­gar­ten mit Amts­an­walt­schaft, über dts Nachrichtenagentur

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