Rich­ter­bund for­dert Stra­fen nach Sil­ves­ter­nacht „auf dem Fuße”

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Deut­sche Rich­ter­bund spricht sich dafür aus, Ver­fah­ren zu den Vor­fäl­len aus der Sil­ves­ter­nacht zügig durch­zu­füh­ren, for­dert dafür aber eine bes­se­re per­so­nel­le Aus­stat­tung für die Jus­tiz. „Ent­schei­dend ist, dass die Kra­wal­le in der Sil­ves­ter­nacht mög­lichst schnell zu straf­recht­li­chen Kon­se­quen­zen füh­ren”, sag­te DRB-Bun­des­ge­schäfts­füh­rer Sven Rebehn den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Diens­tag­aus­ga­ben). „Die Stra­fe muss für die Täter auf dem Fuße fol­gen, um abschre­ckend zu wirken.” 

Aller­dings müs­se die Poli­tik, die jetzt par­tei­über­grei­fend eine kon­se­quen­te Straf­ver­fol­gung ver­langt, die Straf­jus­tiz auch auf­ga­ben­ge­recht aus­stat­ten. „Bun­des­weit feh­len nach den Berech­nun­gen der Län­der zum Per­so­nal­be­darf noch immer mehr als 1.000 Straf­rich­ter und Staats­an­wäl­te”, sag­te Rebehn. „Das führt dazu, dass Straf­ver­fah­ren sich immer län­ger hin­zie­hen.” Die durch­schnitt­li­che Dau­er erst­in­stanz­li­cher Straf­ver­fah­ren am Land­ge­richt sei inzwi­schen auf einen Höchst­wert von 8,2 Mona­ten gestie­gen, sag­te der DRB-Geschäfts­füh­rer. Bei den Amts­ge­rich­ten habe sie sich auf 5,8 Mona­te ver­län­gert. Auch die Staats­an­walt­schaf­ten arbei­te­ten seit Jah­ren am Limit. „Ange­sichts der hohen Arbeits­be­las­tung und ste­tig wach­sen­der Auf­ga­ben kann eine Trend­wen­de zu schnel­le­ren Ver­fah­ren nur mit deut­lich mehr Per­so­nal gelin­gen”, sag­te Rebehn den Fun­ke-Zei­tun­gen. Er for­der­te die Ampel-Par­tei­en des­halb auf, den ver­spro­che­nen Rechts­staats­pakt mit den Län­dern zur per­so­nel­len Ver­stär­kung der Jus­tiz nun kurz­fris­tig in die Tat umset­zen. Bis­lang wol­le die Ampel­ko­ali­ti­on ledig­lich ein­zel­ne Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­te in der Jus­tiz mitfinanzieren.

Foto: Ber­lin am 31.12.2022, über dts Nachrichtenagentur

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