Sach­sens Ver­fas­sungs­schutz fürch­tet Wie­der­auf­le­ben von Protesten

Dres­den (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Sach­sens Ver­fas­sungs­schutz­prä­si­dent Dirk-Mar­tin Chris­ti­an hat vor wei­te­ren Pro­tes­ten gewarnt, soll­te die Zahl der nach Deutsch­land kom­men­den Geflüch­te­ten wei­ter hoch blei­ben. Chris­ti­an sag­te der „Süd­deut­schen Zei­tung” (Fei­er­tags­aus­ga­be), die „Ent­las­tungs­pa­ke­te der Bun­des­re­gie­rung haben zumin­dest ihre psy­cho­lo­gi­sche Wir­kung nicht ver­fehlt, auch wenn das Geld noch nicht bei den Bür­gern ange­kom­men sein mag. Das hat wesent­lich zur Wah­rung des sozia­len Frie­dens beigetragen.” 

Ob es ruhig blei­be, hän­ge davon ab, ob die Erwar­tung in die Maß­nah­men erfüllt wer­de, so Chris­ti­an. „Wenn die­se Erwar­tung ent­täuscht wird und sich die Kri­se ver­schärft, müs­sen wir mit einem Wie­der­auf­le­ben der Pro­tes­te rech­nen. Jetzt schon zu sagen, das ist nur ein lau­es Lüft­chen und das war es schon, hiel­te ich für ver­früht”, sag­te er wei­ter. Die Stim­mung wer­de auch davon beein­flusst, wie vie­le Geflüch­te­te noch kom­men. „Spä­tes­tens, wenn wie­der Turn­hal­len belegt wer­den oder die deut­sche Bevöl­ke­rung Ein­schnit­te in ihr eige­nes Leben hin­neh­men muss, könn­te es wie­der Pro­test­zu­lauf geben.” Vor einer Woche hat­te der Prä­si­dent des Bun­des­am­tes für Ver­fas­sungs­schutz, Tho­mas Hal­den­wang, gesagt, „was aktu­ell an Pro­tes­ten läuft, ist eher ein lau­es Lüft­chen”. Im neu­en Jahr wer­de die Zuwan­de­rung als Mobi­li­sie­rungs­the­ma wie­der stär­ker an Bedeu­tung gewin­nen. Damit rech­net auch Chris­ti­an. „Seit Pegi­da haben sich in der hie­si­gen Gesell­schaft fes­te Pro­test­mi­lieus und ‑struk­tu­ren her­aus­ge­bil­det, die bei jeg­li­chen The­men mit Empö­rungs­cha­rak­ter akti­viert wer­den kön­nen. Es ist nur die Fra­ge, wie stark die Bevöl­ke­rung emo­tio­nal betrof­fen ist, das Pro­test­po­ten­zi­al ist vor­han­den.” Als hoch­re­le­vant schätzt das Säch­si­sche Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz die Alli­anz zwi­schen Reichs­bür­gern und Rechts­extre­mis­ten ein. „Reichs­bür­ger sind kei­ne harm­lo­sen ‘Spin­ner‘, das sind zum Teil hoch­ge­fähr­li­che Extre­mis­ten mit Zugang zu Waf­fen und mate­ri­el­len Ver­mö­gens­wer­ten”, so Chris­ti­an. „Dass sie letzt­lich auch zum Äußers­ten bereit sind, zei­gen die bis­he­ri­gen Ermitt­lun­gen gegen die Reuß-Gruppe.”

Foto: Reichs­bür­ger bei Demo von Coro­na-Skep­ti­kern am 29.08.2020, über dts Nachrichtenagentur

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