SPD bewegt sich in Panzerfrage

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Nach den Ankün­di­gun­gen aus Paris, Späh­pan­zer west­li­cher Bau­art in die Ukrai­ne zu lie­fern, wächst auch inner­halb der SPD der Druck auf Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz, sei­ne Zurück­hal­tung auf­zu­ge­ben. Es gebe jetzt die Mög­lich­keit, „mit west­li­chen Part­nern die nächs­te Stu­fe der Unter­stüt­zung der Ukrai­ne abzu­stim­men”, sag­te der SPD-Ver­tei­di­gungs­po­li­ti­ker Andre­as Schwarz dem „Spie­gel”. Deutsch­land soll­te die Initia­ti­ve ergrei­fen, „da wei­te­re Lie­fe­run­gen einen Vor­lauf an Aus­bil­dung und Auf­bau von Ver­sor­gungs­ket­ten nach sich ziehen”. 

Er erwar­te, dass die fran­zö­si­sche Ankün­di­gung nun „wie­der mehr Bewe­gung in die deut­sche Dis­kus­si­on brin­gen” wer­de. Am Mitt­woch war zudem bekannt gewor­den, dass die USA erwä­gen, Schüt­zen­pan­zer an die Ukrai­ne zu lie­fern. „Ich begrü­ße die Ankün­di­gun­gen der USA und Frank­reichs, unter ande­rem Späh­pan­zer in die Ukrai­ne lie­fern zu wol­len”, sag­te der Außen­po­li­ti­ker Adis Ahme­to­vic dem Maga­zin. „Die Ukrai­ne wird nur aus der Posi­ti­on der Stär­ke Erfol­ge erzie­len kön­nen – auch bei diplo­ma­ti­schen Ver­hand­lun­gen.” Das sei auch eine Leh­re aus den Jugo­sla­wi­en-Krie­gen. „Soll­te es zu Pan­zer­lie­fe­run­gen aus Deutsch­land kom­men, wird dies in Koope­ra­ti­on und in Abspra­che mit unse­ren euro- und trans­at­lan­ti­schen Part­nern erfol­gen.” Die Koali­ti­ons­part­ner Grü­ne und FDP drän­gen Scholz zu einer raschen Umkehr. „Mit der Ankün­di­gung der fran­zö­si­schen Regie­rung, Späh­pan­zer zu lie­fern, ist das Argu­ment des Allein­gangs end­gül­tig ad absur­dum geführt. Scholz muss jetzt sei­ne Blo­cka­de been­den”, sag­te der Grü­nen-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Anton Hof­rei­ter dem „Spie­gel”. Der Bun­des­kanz­ler müs­se „im Sin­ne der deutsch-fran­zö­si­schen Freund­schaft end­lich die Zei­chen der Zeit erken­nen und nach­le­gen”, sag­te unter­des­sen die FDP-Poli­ti­ke­rin Marie-Agnes Strack-Zim­mer­mann, Vor­sit­zen­de des Ver­tei­di­gungs­aus­schus­ses. „Der Ball liegt jetzt in Ber­lin.” Das vom Bun­des­kanz­ler­amt stän­dig vor­ge­scho­be­ne Argu­ment, Deutsch­land dür­fe kei­ne Allein­gän­ge star­ten, sei „abso­lut vor­bei und über­holt”. Es sei auch „nie wahr” gewesen.

Foto: Pan­zer auf Lkw, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.