SPD-Frak­ti­on hält Frau­en­quo­te in Kriegs­zei­ten für zweitrangig

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Trotz des Bruchs des Pari­täts­ver­spre­chens für das Bun­des­ka­bi­nett kommt von den Frau­en­po­li­ti­ke­rin­nen der SPD Unter­stüt­zung für die Ent­schei­dung des Kanz­lers, den nie­der­säch­si­schen Innen­mi­nis­ter Boris Pis­to­ri­us zum neu­en Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter zu machen. „Olaf Scholz weiß, was er zur pari­tä­ti­schen Beset­zung ver­spro­chen hat. Da gibt es auch eine kla­re Erwar­tungs­hal­tung in der SPD”, sag­te die frau­en­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on, Leni Brey­mai­er, dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” (Mitt­wochs­aus­ga­ben).

„Aber in Zei­ten, in denen wir Krieg in Euro­pa haben, ist eine schnel­le Beset­zung der Spit­ze des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums wich­tig. Boris Pis­to­ri­us ist eine gute Wahl. Da ist es im Moment, aber nicht grund­sätz­lich, zweit­ran­gig, wenn die Pari­tät im Kabi­nett nicht ganz ein­ge­hal­ten wird.” Schar­fe Kri­tik kam dage­gen von den Grü­nen. „Das kla­re Ver­spre­chen von Olaf Scholz, beim Start der Regie­rung ein pari­tä­tisch besetz­tes Kabi­nett zu bil­den, war wich­tig und im Sin­ne der Gleich­be­rech­ti­gung ein zeit­ge­mä­ßes, rich­ti­ges Signal”, sag­te die frau­en­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on, Ulle Schauws. „Dar­um ist es mehr als ent­täu­schend, wenn der Kanz­ler bei der ers­ten Hür­de die­ses Ziel über Bord wirft. Er muss sich an dem pro­gres­si­ven Kurs mes­sen las­sen, den er gesetzt hat.”

Foto: Das frisch ver­ei­dig­te Bun­des­ka­bi­nett am 8.12.21, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.