SPD ver­tei­digt Papier zu diplo­ma­ti­scher Lösung des Ukrainekriegs

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – SPD-Gene­ral­se­kre­tär Kevin Küh­nert hat For­de­run­gen aus der SPD-Frak­ti­on nach einer diplo­ma­ti­schen Lösung des Ukrai­ne­kriegs ver­tei­digt. Der ent­spre­chen­de Pas­sus im Ent­wurf des Abschluss­pa­piers der SPD-Frak­ti­ons­klau­sur stel­le weder den Kurs der Bun­des­re­gie­rung in Fra­ge noch die mili­tä­ri­sche Unter­stüt­zung der Ukrai­ne. „Wir distan­zie­ren uns über­haupt nicht, son­dern wir tra­gen die Linie des Bun­des­kanz­lers und der Bun­des­re­gie­rung”, sag­te Küh­nert dem TV-Sen­der „Welt”.

Er fin­de, man müs­se in Deutsch­land wie­der anfan­gen zu ler­nen, Begrif­fe aus­ein­an­der­zu­hal­ten. „Wer über diplo­ma­ti­sche Initia­ti­ven und Wege zum Frie­den spricht, fällt nicht der Ukrai­ne in den Rücken, rät auch nicht den Ukrai­nern dazu, sich in einen Stuhl­kreis zu set­zen und die Frie­dens­pfei­fe zu rau­chen, son­dern natür­lich müs­sen die sich auch robust ver­tei­di­gen kön­nen. Dadurch bestehen sie ja seit mitt­ler­wei­le 10 Mona­ten”, so der SPD-Gene­ral­se­kre­tär. „Aber wir den­ken eben auch als ver­ant­wort­li­che Poli­ti­ker die nächs­ten Schrit­te vor­aus und fra­gen uns, wie irgend­wann dann auch die Waf­fen schwei­gen kön­nen. Aber das hat eine Vor­aus­set­zung, näm­lich, dass die Ukrai­ne wie­der ihr Staats­ge­biet beherr­schen kann.” Der Pas­sus beschrei­be ledig­lich eine his­to­ri­sche Rea­li­tät, so Küh­nert. Die Bun­des­re­gie­rung sei gera­de­zu in der Pflicht, par­al­lel zur mili­tä­ri­schen Unter­stüt­zung auch einen Ver­hand­lungs­frie­den im Blick zu behal­ten. Krie­ge sei­en meis­tens nicht am Ende auf dem Schlacht­feld ent­schie­den wer­den, sag­te der SPD-Poli­ti­ker. „Das ist aber kei­ne Aus­sa­ge über mili­tä­ri­sche Unter­stüt­zung der Ukrai­ne, die leis­ten wir seit 10 Mona­ten, und das tun wir auch aus Über­zeu­gung und für die SPD war immer klar: Wir garan­tie­ren den Men­schen in Deutsch­land, dass Deutsch­land nicht Teil die­ses Krie­ges wird, und nichts auf Kos­ten der eige­nen Sicher­heit machen.” Auf der Grund­la­ge kön­ne man robust auch mit Pan­zern unter­stüt­zen. „Und gleich­zei­tig wol­len wir uns um Per­spek­ti­ven für den Frie­den bemü­hen”, so Küh­nert. „Was wäre das auch für eine Regie­rungs­ko­ali­ti­on, die das nicht im Blick haben würde?”

Foto: Ukrai­ni­sche Flag­ge, über dts Nachrichtenagentur

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