Stadt­staa­ten for­dern neu­es Sys­tem zur Ver­tei­lung von Flüchtlingen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Wegen der aktu­ell hohen Zuwan­de­rung drin­gen die Stadt­staa­ten auf eine Reform der Ver­tei­lung von Flücht­lin­gen inner­halb Deutsch­lands. Ber­lins Sozi­al­se­na­to­rin Kat­ja Kip­ping (Lin­ke) sag­te der „Welt” (Diens­tag­aus­ga­be): „Das Haupt­pro­blem bei der Unter­brin­gung ist der Platz. In Städ­ten ist der Grund und Boden deut­lich begrenz­ter als in Flächenländern.” 

Man müs­se den König­stei­ner Schlüs­sel, der die Kon­tin­gen­te nach der Finanz­kraft der Län­der ver­teilt, dahin­ge­hend ändern. Ähn­lich äußer­ten sich zuletzt Ham­burgs Ers­ter Bür­ger­meis­ter Peter Tsch­ent­scher und Bre­mens Regie­rungs­chef Andre­as Boven­schul­te (bei­de SPD). Bay­erns Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann (CSU) sag­te: „Wenn Ber­lin und Ham­burg den Ver­teil­schlüs­sel ändern wol­len, dann ist das eine unso­li­da­ri­sche Kirch­turm­po­li­tik zulas­ten der ande­ren Bun­des­län­der. Viel­mehr soll­te der Ham­bur­ger Bür­ger­meis­ter Tsch­ent­scher sei­ne Par­tei­freun­de wach­rüt­teln, drin­gend die aktu­el­le Poli­tik der Bun­des­re­gie­rung mit einer Viel­zahl zusätz­li­cher Migra­ti­ons­an­rei­ze schleu­nigst zu ändern.” Es gebe kei­nen nach­voll­zieh­ba­ren Grund, bei der Migran­ten­ver­tei­lung einen neu­en Maß­stab anzu­le­gen. „Denn pro­ble­ma­tisch ist weni­ger die Ver­tei­lung der Per­so­nen, son­dern die mitt­ler­wei­le wie­der sehr hohe irre­gu­lä­re Migra­ti­on als sol­che. Flä­chen­bun­des­län­der sind hier eben­so wie Stadt­staa­ten am Limit”, so Herr­mann. Lars Cas­tel­luc­ci, migra­ti­ons­po­li­ti­scher Spre­cher der SPD-Frak­ti­on im Bun­des­tag, sag­te: „Es ist gut, dass wir den König­stei­ner Schlüs­sel haben, sonst müss­ten wir stän­dig ver­han­deln, wel­ches Bun­des­land wie vie­le Migran­ten auf­neh­men soll. Denk­ver­bo­te für bes­se­re Lösun­gen der Ver­tei­lungs­fra­ge gibt es sei­tens des Bun­des aber nicht.” Wegen der ange­spann­ten Migra­ti­ons­la­ge sind seit vie­len Mona­ten Ber­lin, Ham­burg, Nord­rhein-West­fa­len und das Saar­land für Zuwei­sun­gen aus ande­ren Tei­len Deutsch­lands nach dem König­stei­ner Schlüs­sel gesperrt; seit dem Herbst auch Sach­sen, wie die „Welt” unter Beru­fung auf die Innen­be­hör­den berich­tet. Über­all dort kom­men mehr Flücht­lin­ge an, als die­se Län­der nach dem Schlüs­sel auf­neh­men müssen.

Foto: Flücht­lin­ge an einer Auf­nah­me­stel­le, über dts Nachrichtenagentur

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